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HackerangriffQuelle: Bernd Kasper /  PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmen & Management

Cybercrime: Versicherer schützen sich selbst zu wenig

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Gefahren aus dem Internet entwickeln sich für Unternehmen zu einer immer größeren Bedohung. Relativ neu hingegen ist die Erkenntnis, dass Versicherer nun auch selbst zunehmend im Fokus der Cyberkriminellen stehen. Besonders zugenommen haben demnach der Computerbetrug und der Datenklau. Mittlerweile ist jeder zweite Versicherer in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Internetkriminalität geworden.
Während klassische Formen der Wirtschaftskriminalität, wie etwa Vermögensdelikte, rückläufig sind, ist die Bedrohung durch die Internetkriminalität deutlich gestiegen. Demnach sind laut einer repräsentativen Sonderauswertung der Studie "Wirtschaftskriminalität 2018" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bereits 53 Prozent der Versicherer in den letzten zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Cyberkriminalität geworden. Dies entspricht einem Anstieg von 19 Prozent in den vergangenen zwei Jahre, heißt es weiter. Damit liege die Versicherungsbranche deutlich über dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 46 Prozent.
Laut Studie haben dabei vor allem die Fälle von Computerbetrug (25 Prozent) sowie das Ausspähen und Abfangen von Daten (13 Prozent) zugenommen. Zudem seien acht Prozent der befragten Versicherer auch von Verletzungen der Patent- und Markenrechte betroffen. Jeder zehnte Versicherer berichtet zudem von Manipulationen der Konto- und Finanzdaten, der Fälschung beweiserheblicher Daten und dem Diebstahl vertraulicher Kunden- und Unternehmensdaten. 38 Prozent der Versicherer seien Opfer eines sogenannten "CEO-Fraud" geworden.
Wir beobachten eine rasant wachsende Bedrohung durch Cybercrime. Mittlerweile sind mehr Unternehmen in der Versicherungsbranche von digitalen Angriffen betroffen als von analogen Formen der Wirtschaftskriminalität. Ein beträchtlicher Anteil der Versicherer unternimmt jedoch zu wenig gegen diese Risiken. Rund ein Drittel hat kein Compliance-Programm, um gegen Cybercrime anzugehen.
Gunter Lescher, PwC-Partner und Experte für Compliance und Wirtschaftskriminalität im Versicherungssektor
Beim Thema Compliance besteht laut Studie indes noch deutlicher Nachholbedarf in der Versicherungsbranche. Lediglich zwei Drittel der Versicherer haben Geldwäscheprävention in ihr unternehmensübergreifendes CMS integriert. Und auch ein System zur Abwehr von Cybercrime ist noch keinesfalls selbstverständlich: Nur 69 Prozent der befragten Versicherer haben ein solches Compliance-Programm etabliert - und sind damit besonders anfällig für die Angriffe von Cyber-Kriminellen, so PwC.
PriceWaterhouseCoopers · Cyberkriminalität
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