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Union JackQuelle:  Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Köpfe & Positionen

Sind LV-Kunden die Brexit-Loser?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die britischen Lebensversicherer stellen sich auf den Brexit ein. Dabei haben sie zunächst einmal ihre eigenen Belange im Blick, weniger die der Kunden, glaubt Blau Direkt. Der Maklerpool glaubt, dass Risiken für Kunden und Makler entstehen und spricht von schutzlosen Kunden.

Mit Näherrücken des Brexit-Termins stellen sich die britischen Versicherer auf ein ungeregeltes Ausscheiden aus der Union ein, glaubt Blau Direkt. In den Entscheidungen stünden dabei vor allem die Interessen des Versicherers im Vordergrund. Das habe weitreichende Folgen für die Versicherungskunden. Makler müssten ihre Kunden dringend aufklären und die nötigen Optionen prüfen, "um nicht in Haftung zu geraten".

 

Als Beispiel für die Brexit-Folgen nennt der Pool Standard Life, das Unternehmen hätte seinen Kunden mitgeteilt, dass alle Verträge zum 19. Februar an eine irische Tochter übertragen, da ohne solche Änderungen "ein britisches Unternehmen wie Standard Life aller Voraussicht nach nicht mehr in der Lage sei, seine europäischen Versicherungsnehmer zu betreuen".

 

Die Entscheidung habe Folgen: "Für die Kunden, die vor allem aus Deutschland und Österreich stammen, ist dies alles andere als befriedigend", meint Oliver Pradetto, Geschäftsführer des Maklerpools blau direkt. "Neuer Eigentümer ist eine bislang mittellose Ausgründung, die ihrerseits im Besitz einer haftungsbeschränkten Limited ist. Die Standard Life entledigt sich damit sämtlicher Risiken ihrer europäischen Bestände."

 

Eine Ausgründung nach Deutschland hätte durch die Mitgliedschaft im Rahmen der Protektor Lebensversicherungs-AG eine gewisse Sicherheit für die Kunden bedeutet. An dieser Sicherheit spare die Standard Life, während sie gleichzeitig mitteilt, dass die Versicherungsverträge deutscher Kunden künftig nicht mehr unter dem Schutz der vergleichbaren britischen Financial Services Compensation Scheme (FSCS) stünden.

 

"Die Risiken werden in eine finanziell schlecht ausgestattete Unternehmenstochter abgeschoben und damit gleichzeitig jeglicher Sicherheit beraubt, die normalerweise in Deutschland und Britannien gesetzlich verankert sind. Das Sicherungsprinzip der Lebensversicherung wird ad absurdum geführt", beklagt Pradetto.

 

Ein Problem sei laut Blau dies auch für Makler, denn trotz des Brexits sei das Vermittlungsvolumen zugunsten der Standard Life in den letzten Jahren "stetig gestiegen"

 

Die Makler müssen tätig werden

 

Im Rahmen ihrer Betreuungsaufgaben sollten Makler ihre Kunden spätestens jetzt über die möglichen Risiken aufklären. Makler seien gut beraten, dem Kunden zumindest eine Rückkaufswertberechnung zukommen zu lassen, denn so könne der Kunde abwägen, ob er das Risiko eingeht am Vertrag festzuhalten oder lieber rechtzeitig aussteige.

 

Der Pool schreibt: "Man darf sich da keinen Illusionen hingeben. Die Briten entscheiden, welche Werte sie den Verträgen über die festgeschriebenen Rückkaufswerte hinaus mitgeben und an die neue Tochter verschieben. Solange alle Verträge im Gesamtbestand des Konzerns verwaltet worden seien, hätten auch deutsche Kunden an stillen Reserven oder einer bewährten Verwaltungsstruktur profitiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine britische Gesellschaft ein großes Interesse daran hat, Finanzmittel in größerem Umfang als absolut nötig aus dem Land in die EU zu schieben."

Standard Life · Blau Direkt · Lebensversicherungsmarkt
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