Wie ist es um den närrischen Versicherungsschutz bestellt?
Wie ist es um den närrischen Versicherungsschutz bestellt?Quelle: Marco Barnebeck / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Alaaf und Helau: Was bietet der närrische Versicherungsschutz?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es ist mal wieder soweit: Pünktlich um 11.11 Uhr starteten am gestrigen Sonntag die Narren und Jäcken allerorten wieder in die fünfte Jahreszeit. Müßig zu erwähnen, dass natürlich auch die Versicherer wieder mit an Bord sind - allen voran mit vermeintlich guten Ratschlägen und Tipps zum richtigen Versicherungsschutz.
Allen voran - wie übrigens jedes Jahr - die Gothaer, deren Experten dem geneigten Narren und Narrhalesen wieder mit "Rat und Tat" zur Seite stehen. Die wichtigste Frage vorab: "Was passiert, wenn ich das Kostüm eines anderen aus Versehen mit Getränken oder einer Zigarette ruiniere?" Die Antwort des Experten: "Falls man im Gedränge einen anderen versehentlich verletzt oder dessen Kleidung beschädigt, hilft eine Privathaftpflicht-Versicherung, die in der Regel die Forderungen des Geschädigten begleicht. Diese Versicherung sollte aber sowieso bei jedem Erwachsenen ‚Standard‘ sein", erklärt Konrad Göbel, Haftpflichtexperte der Gothaer.
Ebenso wichtig indes der nicht ganz unwahrscheinliche Fall eines Sturzes im heißen Getümmel feierseliger Jäcke: "Wer zahlt meine Arztkosten wenn ich in einer Kneipe oder auf der Straße ausrutsche oder mich an zerbrochenen Gläsern schneide?" Auch hier wissen die Experten der Gothaer natürlich Antwort: "Dies ist ein Fall für die gesetzliche oder private Krankenversicherung. Der behandelnde Arzt rechnet die Kosten direkt mit der Versicherung ab. Sind die Verletzungen aber so schwer, dass Langzeitfolgen entstehen, kann man mit einer privaten Unfallversicherung auf finanzielle Entschädigungen zählen", betont Unfallexperte Ralf Mertke.
Schwieriger indes gestaltet sich hingegen bei Versicherungsschutz nach übermäßigem Alkoholkonsum: "Die meisten Versicherungen decken auch Unfälle oder Schäden ab, die unter Alkoholeinfluss entstehen. Ausschlaggebend ist hier allerdings immer das Maß: Gegen ein, zwei Gläser zum Anstoßen hat niemand etwas einzuwenden. Problematischer kann es allerdings für den werden, der sich systematisch volllaufen lässt. Im schlimmsten Fall verliert man seinen Versicherungsschutz", heißt es bei der Gothaer.
Und sollte manch Narr indes seine überschüssige Energie nicht ins unausweichliche Schunkeln und Trällern stecken wollen, haben die Fachleute der Gothaer natürlich auch hier eine passende Antwort parat: "Dies ist ein heikler Fall, bei dem es darauf ankommt, wer die Schlägerei angefangen hat, beziehungsweise ob beide Parteien zugeschlagen haben. Grundsätzlich gilt: Bei vorsätzlicher Schädigung, vor allem wenn sie unter Alkoholeinfluss geschieht, riskiert man seinen privaten Haftpflichtschutz. Wird man allerdings ungewollt Opfer von Schlägen, muss der Verursacher für die entstehenden Kosten und sogar Spätfolgen aufkommen. Im schlimmsten Fall gehen Personenschäden in die Millionen, besonders bei langen Klinik-Aufenthalten und anschließender Berufsunfähigkeit. Auf der sicheren Seite ist man daher auch hier wieder mit einer privaten Unfallversicherung."
Immerhin: Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Arag konzentriert sich derweil auch in diesem Jahr wieder voll und ganz auf den Versicherungsschutz für Vereine, die im Bund Deutscher Karneval zusammengeschlossen sind. Dieser umfasst unter anderem einen pauschalen Versicherungsschutz für Veranstalter von Sitzungen und Umzügen, eine Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Vertrauensschadenversicherung für den Verein und seine Mitglieder, sowie einen Unfallschutz für alle Mitglieder und Helfer bei Veranstaltungen einschließlich Wegerisiko und einer "besonderen Absicherung für den karnevalistischen Tanzsport". Darüber hinaus sollen auch Brauchtumswagen, Anhänger und Zugmaschinen im Rahmen einer eigenen Anhänger-Haftpflichtversicherung versichert werden können.Im Rahmen einer Garderobenversicherung sollen sich die Veranstalter bei Verunreinigung, Beschädigung oder dem Abhandenkommen von Garderobenstücken bis zu einer Versicherungssumme von 1.000 Euro absichern können. Versichert seien dabei laut Arag auch weitere Garderobenstücke wie Halstücher, Handschuhe und Brillen, ferner Schirme, Stöcke sowie Handtaschen und ähnliche Behältnisse und deren Inhalt. Mit einer Instrumentenversicherung können sich die Jecken laut Arag zudem die Reparaturkosten nach einer Beschädigung des Instruments erstatten lassen. Ebenfalls in der Police enthalten sind laut Versicherer auch die Ersatzbeschaffungskosten nach einem Verlust, wie zum Beispiel durch Diebstahl.
Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt?
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)
Nichtsdestrotrotz bleibt Deutschland auch in der kommenden Session wieder ein geteiltes Land: Die einen mögen es gar nicht, die anderen lieben es und den Dritten ist es wiederum schlicht egal. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov geben 28 Prozent der Befragten an, Fasching zu mögen. Der beliebteste Grund dabei: Die ausgelassene Stimmung und die Abwechslung vom Alltag gefolgt von den Straßenumzügen. Für die Faschingsmuffel, 29 Prozent der Befragten, ist die Faschingszeit indes gerade aus diesem Grund ein Graus, weil es ihrer Ansicht nach nur noch ums Trinken geht und sich die Menschen albern verhalten. Insgesamt ist für 68 Prozent der Befragten Köln die Karnevalshochburg Nummer eins, gefolgt von Mainz (15 Prozent) und Düsseldorf (sechs Prozent).
Faschingsfans oder Faschingsmuffel?
Faschingsfans oder Faschingsmuffel?Quelle: Statista
Doch ganz gleich ob Fastnacht, Karneval oder Fasching: Erlaubt ist während des närrischen Frohsinns zwar alles, was Spaß macht - solange sich dies in den klaren Grenzen des gesetzlich zulässigen bewegt. In diesem Sinne - Helau und Alaaf!
Gothaer · ARAG · Provinzial Rheinland · Karneval · Fastnacht · Fasching
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