Verhandlungen zwischen AGV und Verdi - ein Abschluss scheint greifbar
Verhandlungen zwischen AGV und Verdi - ein Abschluss scheint greifbarQuelle: Marko Greitschus / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

AGV und Verdi verhandeln über Digitalisierungsthemen: Arbeitgeber zuversichtlich

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach der Verhandlung ist vor der Verhandlung. Verdi und der AGV hatten nach dem letzten Gehaltstarifabschluss 2017 übereingestimmt, bis zur nächsten Gehaltstarifverhandlungen im Jahr 2019 über Digitalisierungsthemen lösungsorientiert weiter zu verhandeln. Der AGV hat Vorschläge erarbeitet, der Ball liege jetzt bei der Gewerkschaft.

Bisher trafen sich die Parteien dreimal zu Vorverhandlungen, der AGV hat vor der nächsten, und laut Eigenaussage entscheidenden Runde, "geliefert" und Vorschläge erarbeitet, schreiben die Versicherer als Arbeitgeber (AGV) in ihrer Publikation vis a vis.

 

Bisher seien zahlreiche Verbesserungen für die Arbeitnehmer für den Fall in Aussicht gestellt worden, dass die Gewerkschaft im Gegenzug zu Zugeständnissen bereit sei. Dass betreffe die Punkte Arbeitszeitflexibilisierung, Arbeitnehmerüberlassung (Höchstgrenze von 18 Monaten) und Verkürzung der arbeitsrechtlichen Ruhezeit von elf Stunden auf neun Stunden. Neben Verdi werden auch Gespräche mit den Gewerkschaften DBV und DHV geführt.

 

Der AGV bietet nach eigener Aussage:

  • Abschluss eines Tarifvertrages mobiles Arbeiten mit

tariflichen Rahmenregelungen

  •  Informationsanspruch der Belegschaften hinsichtlich der

Unternehmensstrategie zwecks Ermöglichung der Ausrichtung

der individuellen Qualifikation auf diese Strategie

  • Tariflicher Mindeststandard einer Qualifikationspflicht von

drei Monaten bei Arbeitsplatzverlust Rechtsanspruch auf Outplacement-Maßnahmen

 

Die Verhandlungen sind schwierig aber machbar

 

Nach Einschätzung der AGV-Verhandlungsführerin Susanne Pauser, Vorstandsmitglied der Württembergischen Versicherungen, wollen beide Seiten "konstruktive Gespräche führen". Die Parteien seien "relativ zügig" zu konkreten Textvorschlägen für einen Tarifvertrag zum Mobilen Arbeiten und für einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung gekommen.

 

Sie betont, dass Die Vorschläge, die der AGV im Rahmen der Gespräche unterbreitet hat, sind in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsunternehmen entwickelt worden seien. Allerdings gebe es immer wieder die eine oder andere Bestimmung, die "in bestimmten Häusern für Herausforderungen sorgen könnte". Insgesamt habe die AGV das "Gesamtkonstrukt im Blick".

 

Keine Benachteiligung der Arbeitgeber

 

Die bisher verhandelten Texte zu den Themen mobiles Arbeiten und für einen Tarifvertrag Beschäftigungssicherung würden auch Elemente zugunsten der Unternehmen enthalten. Hierzu gehören laut Pauser insbesondere die Möglichkeit, bei Streitigkeiten im Rahmen der Mitbestimmung zum Thema der Verteilung der Arbeitszeit künftig über die Einigungsstelle gehen zu können.

 

Die Verhandlungen sind Sondierungsrunden, der Abschluss ist den üblichen Gremien vorenthalten. Beide Seiten werden für sich entscheiden, ob eine echte Manteltarifrunde noch vor den Gehaltstarifverhandlungen 2019 – unter Beteiligung des AGV-Vorstandes und der Großen Tarifkommission von Verdi – erfolgen kann. Pauser ist zuversichtlich:  "Ich denke, die Aussichten, zum Erfolg zu kommen, sind gegenwärtig deutlich höher als diejenigen, dass die Verhandlungen scheitern."

 

Das komplette Interview mit Frau Pauser finden Sie in der aktuellen Ausgab von vis a vis und zwar HIER.

 

AGV · Verdi · Tarifverhandlungen · Susanne Pauser
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