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Hannover Rück: Finanzvorstand Vogel peilt Milliardengewinn an

Von Claudia Schmidt-WehrmannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rückversicherung SE hat im dritten Quartal 2018 nicht nur deutlich besser abgeschnitten als im Vorjahr, sondern auch die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zwar trafen das Unternehmen wie auch die Konkurrenz eine Reihe zerstörerischer Stürme, allerdings nicht so stark wie die Konkurrenten.  Hinzu kamen Belastungen durch die Sanierung des defizitären Mortalitätsgeschäfts in den USA. Unter dem Strich verdiente die Hannover Rück im dritten Quartal 170 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatte sie sich infolge der schweren Hurrikan-Serie in den USA und zwei Erdbeben in Mexiko nur durch den Verkauf ihrer Aktienbestände knapp in den schwarzen Zahlen gehalten.

In den ersten neun Monaten 2018 erreichte die Hannover Rück einen Konzerngewinn von 725,3 Mio. Euro, knapp ein Drittel mehr als im Vorjahr. Für Finanzvorstand Roland Vogel gilt damit das Gewinnziel von mehr als einer Milliarde Euro in diesem Jahr als gesichert. Weitere Katastrophen fürchtet der Vorstand nicht, da das Großschadenbudget bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist und die Hurrikansaison sich dem Ende zuneigt. Auch der im kommenden Jahr mit der Hauptversammlung scheidende Vorstandschef Ulrich Wallin ist überzeugt, dass das Ziel erreicht wird und will 2019 sogar noch höher hinaus: Angepeilt wird ein Jahresüberschuss von 1,1 Mrd. Euro. Dabei helfen soll die nach der Sanierung erwartete substanzielle Verbesserung des US-Mortalitätsgeschäfts und ein stabiler Ergebnisbeitrag der Schaden-Rückversicherung.

In den ersten neun Monaten 2018 sind die Beitragseinnahmen der Hannover Rück auch dank steigender Preise um 11,2 Prozent auf 15,0 Mrd. Euro gestiegen. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 43,5 Prozent auf 1,16 Mrd. Euro. Die Schaden-Rückversicherung trug 9,7 Mrd. Euro (+17,8 Prozent) zum Wachstum bei. Die auf 96,8 (Vorjahr: 104,4) Prozent gesunkene Schaden-/Kostenquote drehte das versicherungstechnische Ergebnis von -309,1 Millionen Euro in ein Plus von 232,6 Mio. Euro. Die Personen-Rückversicherung verzeichnete nur ein leichtes Prämienplus von 1,0 Prozent auf 5,33 Mrd. Euro. Ihr operatives Ergebnis verschlechterte sich um ein Viertel auf 155,2 Mio. Euro. Hier machen sich die Vertragsrückzüge der Kunden im US-Mortalitätsgeschäft nach den Prämienerhöhungen bemerkbar. Insgesamt bezifferte Vogel die Gesamtbelastung durch den Herauskauf aus dem Mortalitätsgeschäft auf 350 bis 400 Mio. Dollar. Sie lägen damit niedriger als anfangs befürchtet, als 600 Mio. Dollar im Raum standen.

Das Kapitalanlageergebnis reduzierte sich aufgrund des weggefallenen Effekt der Aktienverkäufe aus dem Vorjahr auf 1,56 (1,38) Mrd. Euro. Vogel hob jedoch die um 5,1 Prozent auf 991,4 Mio. Euro gestiegenen ordentlichen Kapitalanlageerträge hervor. Die Durchschnittsrendite lag bei 3,3 Prozent und damit über der Zielmarke von 2,7 Prozent. Wieder eingestiegen in Aktien ist die Hannover Rück bislang nicht. "Aber wir sind allzeit bereit", sagte der Finanzchef.

Hannover Rück · Rückversicherer · Ulrich Wallin
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