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Schweizer sehen Versicherungsbetrug nicht als Kavaliersdelikt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seien es die Mogeleien bei der Schadenhöhe oder gar ein provozierter Auffahrunfall: Versicherungsbetrug steht mittlerweile seit langem in dem Ruf, ein Volkssport zu sein - und das nicht nur in Deutschland. Eine aktuelle Studie des Schweizer Versicherungsverbandes (SVV) kommt nun zu dem Ergebnis: zehn Prozent der Schadenzahlungen im Schadenversicherungsgeschäft beruhen auf Betrug. Vor allem die Motorfahrzeug-, Hausrat-, Wertsachen- und Reiseversicherungen seien davon betroffen.
Dabei sehen viele Eidgenossen in Versicherungsbetrug noch ommer ein Kavaliersdelikt. Lediglich 23 Prozent der befragten Schweize glauben, dass ein Kavaliersdelikt sei, wenn man den Versicherer einmal mehr bezahlen lässt, als unbedingt nötig wäre. Immerhin 15 Prozent der befragten 2.000 Männer und Frauen im Alter von 18-74 Jahren in der Schweiz gaben an, dass fast jeder einmal den Versicherer übers Ohr hauen würde. Befragt nach den einzelnen Sparten glauben 38 Prozent, dass es vor allem bei der Hausratversicherung besonders leicht sei, den Versicherer zu betrügen. Dahinter folgt die Privathaftpflicht mir 23 Prozent und und die Kfz-Kaskoversicherung mit 18 Prozent.
Gefragt nach den Motiven für uhr unlauteres Handeln sind immerhin 55 Prozent der Schweizer der Ansicht, dass die Versicherer immer einen Weg finden würden, sich vor einer Leitungs zu drücken. Gar 85 Prozent der Befragten glauben, dass die Versicherer sowieso mehr einnehmen als sie ausgeben würden. Allerdings glauben nur 36 Prozent, dass es sehr unwahrscheinlich sei, für einen Versicherungsbetrug bestraft zu werden.

Deutschland: Jeder elfte Versicherungsnehmer täuscht

Damit unterscheiden sich die Eidgenossen indes nur wenig von ihren nördlichen Nachbarn in Deutschland. Laut einer aktuellen Verbraucherumfrage der Creditreform Boniversum haben etwa 2,4 Millionen Versicherungsnehmer (neun Prozent) nach eigener Aussage schon mal bewusst Falschangaben bei einem "Versicherungsfall" gemacht.  78 Prozent der Verbraucher sind zudem der Meinung, dass bewusste Falschangaben bei Schadensfällen reduziert oder verhindert werden könnten, wenn die Versicherungen die Schadensfreiheit der Verbraucher belohnen würden. Viele Verbraucher sehen keinen hohen Schwierigkeitsgrad, die Versicherung durch bewusste Falschangaben zu täuschen. Lediglich sechs Prozent messen einem Belohnungssystem keinerlei Bedeutung bei. Auch darüber sollten die Versicherer einmal nachdenken.
Versicherungsbetrug in Deutschland
Versicherungsbetrug in DeutschlandQuelle: Creditreform Boniversum
"Unsere Studie zeigt, dass die Deutschen sicherheitsbewusst und generell mit Versicherungen zufrieden sind. Der Großteil besitzt auch ein gesundes Rechtsempfinden. Dennoch entsteht den Versicherungen ein immenser Schaden durch Betrug. Entsprechende Belohnungssysteme könnten die Problematik deutlich eindämmen".
Nils Gebel, Sales Consultant Insurance der Creditreform Boniversum GmbH
Und dennoch: Immerhin 87 Prozent der befragten Verbraucher verstehen bewusste Falschangaben bei Schadensmeldungen als kriminell, 13 Prozent als Kavaliersdelikt. Insgesamt äußern 36 Prozent Verständnis für Falschangaben. Der überwiegende Teil aller Befragten zeigt jedoch ein geringes Verständnis (64 Prozent). Je höher das Einkommen und der Bildungsstand, desto geringer das Verständnis. Zudem zeigen sich Männer (21,3 Prozent) hier verständnisvoller als Frauen (15,1 Prozent). Die große Mehrheit der Verbraucher laut Szudie zudem der Meinung, dass bei Belohnung von Schadensfreiheit - z.B. durch Teilrückzahlung von Versicherungsbeiträgen - die Falschangaben sinken.
Versicherungsbetrug · SVV
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