Märkte & Vertrieb

Run-off-Markt Deutschland – Quo Vadis?

Von Gunbritt Kammerer-GalahnTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Entwicklung des Run-off-Markts Deutschland ist in vollem Gange. Die Anzahl der deutschen Anbieter von Run-off-Plattformen beziehungsweise -Dienstleistungen nimmt zu und die Spielarten der rechtlich zur Verfügung stehenden Run-off-Lösungen werden differenzierter.
Im aktuellen Run-off Survey 2018 schätzt PwC das Gesamtvolumen des sich global im Run-off befindlichen (Rück-)Versicherungsbestands auf 730 Mrd. US-Dollar. Schon in 2010 kalkulierte KPMG in ihrer Run-off-Studie, dass für das gesamte Run-off-Geschäft im deutschsprachigen Raum versicherungstechnische Rückstellungen in den Bilanzen der (Rück-)Versicherer Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 389 Mrd. Euro binden. Angesichts zunehmender extrinsischer Einflüsse wie Finanzkrise, anhaltender Niedrigzinsphase, Solvency II und der Belastung durch die Zinszusatzreserve im Lebensversicherungssektor erstaunte es, dass sich dennoch vor allem im deutschen Run-off-Markt lange Zeit die von Run-off-Plattformen und -Dienstleistern angebotenen Run-off-Lösungen kaum oder nur zögerlich durchsetzen konnten.
Dieses Bild hat sich inzwischen deutlich verändert: Die (Rück-)Versicherer prüfen inzwischen standardmäßig die im Markt angebotenen Run-off-Lösungen im Leben- ebenso wie im Nicht-Lebengeschäft und deren Vorteile im Vergleich zur hauseigenen Abwicklung. Neben Exit-Lösungen wie Unternehmensverkäufen und Bestandsübertragungen rücken Outsourcing-Partnerschaften ins Blickfeld. Jüngst sorgte die Ankündigung der Neugründung eines Risikoträgers durch Arndt Gossmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Darag und aktueller Vorsitzender der Sovag, für Aufsehen: Erstmals soll die fortlaufende Übertragung von in der Zukunft auslaufenden Versicherungsverträgen an einen externen Risikoträger zu einem vorher festgelegten Preis angeboten werden. Der Risikoträger der Gossmann & CIE. übernimmt die auslaufenden Versicherungsverträge und deren Bearbeitung sukzessive, sobald eine Kundenbeziehung beendet wird. Munich Re wird die Transaktionen als strategischer Partner begleiten und als exklusiver Rückversicherungspartner einen wesentlichen Anteil der Risiken übernehmen. Gossmann schätzt das Volumen solcher auslaufenden Policen auf rund vier Prozent des Versicherungsgeschäfts, das entspricht einem Marktpotenzial von über zehn Mrd. Euro pro Jahr in ganz Europa.
Über die aktuellen Entwicklungen zum Run-off in Deutschland geht es auch auf dem morgigen 14. Taylor Wessing Insurance Day in München.
Run-off · Taylor Wessing
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