Auch E-Bikes fahren mit Akku
Auch E-Bikes fahren mit AkkuQuelle: Uschi Dreiucker  / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Versicherer aufgepasst Brände durch Lithium-Akkus nehmen zu

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Immer mehr Schäden wegen fehlerhafter Akkus. Davor warnt die VGH-Versicherung. Die Gefahr, die von schadhaften Elektrogeräten ausgeht, hatte VWheute bereits vor einem Jahr aufgriffen und verfolgt. Die Schäden nehmen auch deswegen zu, weil es immer mehr Geräte gibt. die auf die technik setzen.

Was in der Brandursachenermittlung noch vor einigen Jahren kein Thema war, gilt mittlerweile als typische Schadenursache. "Mit der Anzahl der Lithium-Akkus steigt auch die Zahl der Brände. Das ist kein Grund, diese Bauart zu verteufeln, doch das Risiko sollte uns allen bewusst sein", sagt Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Institutes für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS).

 

Neu auftretende technische Gefahren werden in der Regel erst mit großer Zeitverzögerung identifiziert und statistisch erfasst. Doch Auswertungen der Untersuchungsdaten des IFS zeigen inzwischen ein deutlich steigendes Brandrisiko durch Lithium-Akkus. Betroffen sind vor allem Geräte wie Notebooks und Mobiltelefone sowie der Modellbau. Einen signifikanten Anteil haben außerdem Elektrofahrräder und andere akkubetriebene Fahrzeuge.

 

Das schadhafte Akkus eine Gefahr sein können, weiß auch Markus Wulfert, Schadenexperte der Gothaer, der im letzten Jahr in einem Gespräch die Samsung Akkus als Beispiel anführte. Bei anderen elektronischen Geräten wie E-Zigaretten kam es bereits zu schweren Personenschäden, diese nehmen durch die Vielzahl der elektronischen Geräte zu, die auf Akkus setzen.

 

Kettenreaktion in Lithium-Akkus

"Die Technologie der Lithium-Akkus ist beim Notebook im Grunde die gleiche wie beim Elektrofahrrad, nur dass der Computerakku vielleicht aus vier, der Fahrradakku aus 30 oder 40 Akkuzellen besteht“, sagt Drews. Beim Elektroauto sind es hunderte bis einige tausend Zellen. Wenn in einer Zelle ein Defekt auftritt, steigt ihre Temperatur so weit an, dass eine Kettenreaktion ausgelöst wird und viele Zellen nacheinander thermisch "durchgehen". Dabei wird die gespeicherte Energie augenblicklich freigesetzt: Es kommt zum Funkenschlag und zur Flammenbildung.

 

Die Experten der VGH warnen, dass die Lithium-Akkus "generell empfindlich" seien, was Handhabungsfehler angeht. Um Schäden zu vermeiden, sollten sie ausschließlich mit dem vom Hersteller empfohlenen Ladegerät und -kabel geladen werden. Auch extremen Temperaturen und Nässe sollte man sie nicht aussetzen. "Vergessen Sie Ihren Fahrradakku also nicht über den Winter in der kalten Garage“, mahnt der Schadenforscher. Die große Mehrzahl der Akkubrände entsteht in der Ladephase. Darum rät das IFS, Lithium-Akkus in einem Raum mit Rauchmelder und nicht in der Nähe brennbarer Gegenstände zu laden. Ist ein solcher Akku sichtbar beschädigt oder hat sich gar das Gehäuse verformt, darf er auf keinen Fall mehr benutzt werden.

Damit bei einem Feuer nicht auch noch finanzielle Verluste entstehen, sollte man sich mit den passenden Versicherungen gegen die Folgen von Brandschäden schützen, also Hausrat-, Wohngebäude oder gegebenenfalls für Fremdschäden eine Haftpflicht.

VGH · Brand · Hausratsversicherung · Wohngebäudeversicherung
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