Kommt es zum "Boxkampf" zwischen VW und den Verbraucherschützern?
Kommt es zum "Boxkampf" zwischen VW und den Verbraucherschützern?Quelle: Rike / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Verbraucherschützer reichen Musterfeststellungsklage gegen VW ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein neues Gesetz macht es pünktlich zum 1. November möglich: Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat am gestrigen Tag eine Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen eingereicht - und zwar stellvertretend für alle betroffenen Dieselkunden. Damit soll festgestellt werden, ob die Volkswagen AG durch den Einbau einer Manipulationssoftware die Besitzer eines manipulierten Fahrzeugs mit dem Motor EA189, für welches ein Rückruf erfolgt ist durch das Kraftfahrtbundesamt, geschädigt hat und deshalb Schadensersatz schuldet, heißt es von der beauftragten Kanzlei R|U|S|S Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Demnach sollen nach Angaben der Verbraucherschützer bundesweit etwa 2,5 Millionen Fahrzeuge von der Klage betroffen sein. Diese sollen viel mehr giftige Stickoxide ausgestoßen haben als auf dem Prüfstand. Die Verbraucherschützer argumentieren daher, dass den deutschen Autofahrern deshalb eine Entschädigung zustehe. Zudem sollen die betroffenen Autofahrer dadurch erhebliche Nachreile erlitten haben. Außerdem droht mittlerweile ein Dieselfahrverbot in einigen deutschen Großstädten. An der Klage beteiligen können sich demnach alle Fahrer, die nach dem 1. November 2008 ein Dieselfahrzeug erworben haben und welches einen Motor des Typs EA189 enthält. Voraussetzung sei zudem dass das Fahrzeug offiziell zurückgerufen wurde, heißt es bei Spiegel Online. Sollten die betroffenen Kunden Recht bekommen, müsste Volkswagen rund 250 Mio. Euro an Schadenersatz berappen.

"Mit dieser vom Gesetzgeber neu geschaffenen Form einer Art Sammelklage haben wir in Deutschland die historische Möglichkeit, einen der größten Wirtschaftsskandale in einem Sammelverfahren aufzuarbeiten und den Verbrauchern zu ihrem Recht zu verhelfen. Wir sind zuversichtlich, das Verfahren gegen VW zu gewinnen und somit einen großen Beitrag zum Verbraucherschutz in Deutschland leisten zu können. In den vergangenen Monaten geben immer mehr Gerichte den Geschädigten recht. Gerade für nicht rechtsschutzversicherte Geschädigte ist dies eine kostengünstige Möglichkeit, an Schadensersatz zukommen. Wir empfehlen weiterhin, dass rechtsschutzversicherte Geschädigte, Einzelklagen erheben. Es bestehen sehr gute Erfolgsaussichten", kommentierte Rechtanwalt Ralf Stoll bereits Mitte September bei der Ankündigung der Musterfeststellungsklage.
"Volkswagen hat betrogen und schuldet geschädigten Verbraucherinnen und Verbrauchern dafür Schadensersatz. Das wollen wir nun gerichtlich feststellen lassen. Autofahrer wurden von Volkswagen lange genug hingehalten. Jetzt reicht’s", betont Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Unterstützung erhalten die Verbraucherschützer dabei auch vom ADAC: "Das Interesse unserer Mitglieder an der Musterfeststellungsklage ist riesig. Es ist deshalb wichtig, dass möglichst schnell Klarheit geschaffen wird, welche Ansprüche den betroffenen Autobesitzern tatsächlich zustehen", ergänzt August Markl, Präsident des ADAC.
Verbraucherschutz · Volkswagen · Musterfeststellungsklage
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