Christian Mumenthaler
Christian MumenthalerQuelle: Swiss Re
Unternehmen & Management

Naturkatastrophen belasten Gewinn der Swiss Re

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Naturkatastrophen in diesem Jahr machen der Swiss Re zu schaffen. So verzeichnete der Rückversicherer in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres zwar einen Reingewinn von rund 1,1 Mrd. US-Dollar aus. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum wies das Unternehmen noch einen Verlust von 468 Mio. US-Dollar aus.
Dabei machen der Swiss Re vor allem die Naturkatastrophen wieder besonders zu schaffen. So musste der Rückversicherer in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres eine Schadenlast von 1,6 Mrd. US-Dollar stemmen. Der Großteil entfiel dabei nach eigenen Angaben auf das dritte Quartal 2018. Mit rund 1,2 Mrd. US-Dollar fallen dabei Windstürme, Fluten und die beiden Taifune "Jebi" und "Trami" in Japan, Hurrikan "Florence" und Waldbrände in den USA sowie Stürme in Kanada ins Gewicht. Die Schäden durch Man-Made-Katastrophen beziffert der Rückversicherer auf etwa fünf Mrd. US-Dollar. Die gebuchten Bruttoprämien belaufen sich auf rund 28,398 Mrd. US-Dollar (Q3 2017: 26,664 Mrd.).

Personelle Veränderungen im Vorstand

Darüber hinaus gab die Swis Re auch einige personelle Veränderungen im Vorstand bekannt. Demnach wird Thomas Wellauer (63), derzeit Group Chief Operating Officer, Ende 2019 in den Ruhestand gehen. Zudem wird Andreas Berger, bisher Chief Regions & Markets Officer und Vorstand von Allianz Global Corporate & Specialty SE, bereits zum 1. März 2019 zum CEO Swiss Re Corporate Solutions und Vorstand der Swiss Re ernannt. Die Berufung erfolgt damit einen Monat früher als Ende September angegeben.
Allein im dritten Quartal wirkten sich der Brückeneinsturz in Genua, Italien, ein Werftbrand in Deutschland, sowie Hurrikuan "Florence" besonders belastend für die Geschäftsbilanz aus. Die Schaden-Kostenquote in der Schaden-Rückversicherung liegt bei 99,5 Prozent. "Nach vergleichs-weise moderaten Katastrophenschäden im ersten Halbjahr war die Schaden-belastung im dritten Quartal relativ hoch für ein einzelnes Quartal. Die kumulierten Schäden für die ersten neun Monate liegen jedoch weitgehend im Rahmen unserer Erwartungen. Grossschäden machen immer wieder deutlich, wie wichtig eine robuste Kapitalausstattung ist, um herausfordernde Marktereignisse proaktiv adressieren zu können. Die SST-Quote der Gruppe stieg im ersten Halbjahr und unterstreicht unsere starke Kapitalgenerierung, dank derer wir künftige Massnahmen entsprechend unseren Prioritäten im Kapitalmanagement strategisch und zielgerichtet umsetzen können", konstatiert Finanzvorstand John Dacey.

Mumenthaler: "Leichter Anstieg des Preisniveaus im Nichtleben-Geschäft

"Nach einer langen Phase günstiger Schadenjahre von 2012 bis 2016 und den heftigen Naturkatastrophen im vergangenen Jahr scheint 2018 ein Schadenjahr zu werden, das man branchenüblich als normal kategorisieren würde. Zugleich sehen wir die globale P&C-Versicherungsbranche mit Schwierigkeiten konfrontiert, ihre Kapitalkosten zu decken. Die Industrie scheint mit einem leichten Anstieg des Preisniveaus im Nichtlebengeschäft in wichtigen Märkten einen Wendepunkt erreicht zu haben, wobei unsere jüngste sigma-Studie allerdings zeigt, dass sich die Underwriting-Margen weiter verbessern müssen, wenn nachhaltige Eigenkapitalrenditen für Aktionäre erwirtschaftet werden sollen", ergänzt Vorstandschef Christian Mumenthaler. Einen Lichtblick scheint es für die Schweizer dennoch zu geben: "Die Industrie scheint mit einem leichten Anstieg des Preisniveaus im Nichtleben-Geschäft in wichtigen Märkten einen Wendepunkt erreicht zu haben", betont der Versicherungsmanager.
Die Munich Re und die Hannover Rück veröffentlichen in der kommenden Woche ihre Geschäftszahlen für die ersten neun Monate de Geschäftsjahres 2018.
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