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HackerangriffQuelle: Bernd Kasper /  PIXELIO (www.pixelio.de)
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Cyberattacken kommen Finanzdienstleister teuer zu stehen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Unerkannte Cyberattacken verursachen bei den Finanzdienstleistern immer größere Schäden und damit Kosten. Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Unternehmens EfficientIP unter 1.000 Managern und IT-Experten in Nordamerika, Europa und der Asien-Pazifik-Region verzeichnete die Finanzbranche im vergangenen Jahr einen Anstieg der Cyberattacken von rund 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem warendie Finanzinstitute im vergangenen Jahr das Ziel von durchschnittlich sieben DNS-Angriffen waren. 19 Prozent wurden in den vergangenen zwölf Monaten zehnmal oder öfter angegriffen.
Eine Folge sind demnach deutlich gestiegene Kosten. So mussten die befragten Finanzinstitute allein in diesem Jahr bislang rund 806.350 Euro ausgeben, um ihre Dienste nach jedem DNS-Angriff wiederherzustellen. Im vergangenen Jahr hat ein einziger Angriff auf den Finanzdienstleistungssektor jedes einzelne Finanzinstitut statistisch 513.100 Euro gekostet.Die häufigsten Folgen von DNS-Angriffen bilden zudem die Ausfallzeiten von Cloud-Diensten. 43 Prozent der betroffenen Finanzdienstinstitute berichten laut Umfrage von einer Beeinträchtigung der Websiten-Funktion (36 Prozent) und dem Ausfall interner Applikationen (32 Prozent). Zudem benötigen die Finanzdienstleister im Durchschnitt sieben Stunden, um einen Hackangriffe abzuwehren. Bei etwa fünf Prozent der Finanzdienstleister, die sich an der Umfrage beteiligt haben, waren die Auswirkungen besonders schwer: Sie brauchten demnach insgesamt 41 Tage, um die Folgen der 2017 erlittenen DNS-Angriffe zu beheben. 94 Prozent der Finanzdienstleister sind sich darüber bewusst, dass ein unsicheres DNS-Netzwerk kritisch für ihr Unternehmen ist. Weitere 72 Prozent benötigen laut Umfrage zudem mindestens drei Tage um ein entsprechendes Sicherheitspatch zu installieren. Dies habe zur Folge, dass die Systeme während dieser Zeit den Angriffen ungeschützt ausgesetzt waren.
Die steigene Abhängigkeit von neuen Technologien sowie die Zunahme von Cyberangriffen machen auch den Unternehmen immer mehr zu schaffen. Demnach dürften die Verluste durch entsprechende Cybervorfälle in Zukunft noch weiter steigen, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson. So schätzen über 60 Prozent der Befragten (Vorjahr: knapp 50 Prozent), dass der "Silent Cyber-Faktor" in den nächsten zwölf Monaten auf 1.01, d.h. auf mehr als einen Cyberschaden im Vergleich zu 100 anderen "Nicht-Cyberschäden", anwachsen wird. Unter "Silent Cyber" verstehen Versicherer jene potentiellen Cyber-Risiken, die teilweise über die klassischen Versicherungen, jedoch nicht über eine neue Cyber-Versicherung ("new risks") abgedeckt sind.
Cyberattacken · Finanzdienstleister
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