Schlaglicht

Generali-Umbau: Cosmos Direkt greift an

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
David Stachon gehört im Generali-Kosmos zu den stillen Machern. Seit mittlerweile zwei Jahren steht er an der Spitze der Cosmos Direkt. In dieser Zeit drehte der Manager die Kundenzahl kräftig nach oben, optimierte die Struktur in Leben und steigerte das IFRS-Ergebnis um rund 43 Prozent. In einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld mit gewichtiger Konkurrenz aus Coburg und München lässt sich die Bilanz des Saarbrückener Versicherers durchaus sehen. Indes schmiedet die Generali-Tochter schon neue Wachstumspläne, die Konkurrenz drückt.

Beim Mutterkonzern Generali bleibt kein Stein auf dem anderen. DVAG-Deal, Leben, Run-off, Digitalisierung, Umbau. Die Liste der Themen ist lang. An der Tochter Cosmos Direkt sind die massiven Verschiebungen mit Blick auf Strategie und Stimmung naturgemäß nicht spurlos vorbeigegangen. Immerhin betrifft der Umbau der Generali in Deutschland vor allem die Governance des Konzerns. Die Transformation und ihre Nachbeben sind immens.

 

Manager Stachon allerdings wehrt sich gegen den Begriff des "betroffen seins". "Ich mag ihn nicht, da wir die wir die notwendigen Veränderungen sehr aktiv mitgestalten." Das sei der Geist, mit dem man das Thema Veränderung in Saarbrücken angehe. Es sei Teil der Cosmos-Direkt-DNA, dass Mitarbeiter die Zukunft mitgestalten. Zu dieser DNA gehört es auch, Komplexitäten zu reduzieren und einfach zu denken. Der 48-Jährige selbst sieht sein Unternehmen dabei als größtes Fintech Deutschlands.

 

"Egal was man macht: Wenn man sich nicht auf die Veränderungen einlässt, die die digitale Technologie mit sich bringt, wird man nicht zu denen gehören, die die Zukunft aktiv mitgestalten", warnt Stachon. Die Konkurrenz behält er im Blick. "Wir beobachten sie sehr genau und können uns in der Zukunft hier auch Kooperationen vorstellen. Derzeit ist es interessant zu sehen, was die 'traditionellen' Versicherer so alles machen.“

 

Deutschland gehört nicht zu den „Early Adoptern“

 

Stille Kritik übt der Cosmos-Chef an der Innovationsfreude der Deutschen. "Ich persönlich denke, dass Innovationen in Deutschland immer ihre Zeit brauchen: Wir gehören auch in anderen Industrien nicht zu den Early Adoptern." Ein Beispiel sei die Telematik.

 

Als Konzern gehöre die Generali in Europa zu den führenden Telematik-Anbietern mit über einer Million Kunden. In Deutschland hingegen seien die Kunden bei diesem Thema zurückhaltender. Ein Lernprozess, wie Stachon sagt.

 

Beim Thema sensible Daten solle die Versicherungsbranche ihr Licht nicht so sehr unter den Scheffel stellen, denn man habe wie kaum eine zweite Branche eine jahrhundertealte Tradition, mit sensiblen Kundendaten verantwortungsvoll und sicher umzugehen. Das könnte laut Stachon ein interessantes Geschäftsfeld der Zukunft sein.

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