Sparschrank in einer Kölner Kneipe
Sparschrank in einer Kölner KneipeQuelle: Superbass / wikicommons / commons.wikimedia.org
Politik & Regulierung

Versicherung kündigt Kneipensparern die Gefolgschaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im Westen gehören Sparschränke noch zum festen Inventar von Kneipen – allein in Essen soll es noch 300 geben. Doch das Ende naht. Die Versicherung der Kästen läuft Ende des Jahres aus und wird nicht verlängert.

Die Grundlage des Kneipensparens ist die Geselligkeit, weswegen sie heute fast nur noch an Orten hängen, in denen hochprozentiges ausgeschenkt wird. Spargemeinschaften nutzen die Schränke, bei denen jeder Einwurfschlitz zu einem separaten Fach führt, bei ihren Zusammenkünften. In den Sparschrank muss von den Mitgliedern meist regelmäßig ein festgelegter Geldbetrag gesteckt werden, meist für Clubevents oder ähnliches. Dann wird der Schrank in regelmäßigen Abständen von Kassierern geöffnet, die Sparfächer geleert, der Inhalt gezählt und auf ein Bankkonto eingebucht. Gelegentlich nutzen auch Bedienungen die stabilen Schränke für ihre Trinkgelder.

 

Doch mit dem Brauch könnte es bald zu Ende gehen, denn die Schränke sind ein beliebtes Ziel für Kriminelle und auch Betrüger, die Schadendichte dementsprechend hoch, weswegen jetzt das Ende des Kneipensparens droht.

 

Allein oder Ende

 

Die Sparkasse Essen hat den Wirten als Herren der Sparschränke bereits mitgeteilt, dass sie zum Jahresende die Versicherungen für die Kästen auslaufen lässt. "Kneipensparen ist kein Geschäft mehr, mit dem ein Kreditinstitut auch nur ein bisschen Geld verdienen kann", erklärt Thomas Schulte, Leiter Kommunikation bei der Essener Sparkasse laut WAZ. Damit könnte eine Idee enden, das über Jahrzehnte Kneipen- und Sparkassen Geld einbrachte.

 

Immerhin, die zu den Schränken gehörenden Konten werden nicht gekündigt, es werden allerdings auch keine Neuen mehr eröffnet. Ob das Kneipensparen jetzt weitergeht, hängt an den Wirten und ob diese die Haftung für die Sparschränke übernehmen wollen, was allerdings als unwahrscheinlich gilt.

Sparen · Raub · Sachversicherung
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