Quelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmen & Management

Versicherer erwarten höhere Verluste durch Cyberschäden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die steigene Abhängigkeit von neuen Technologien sowie die Zunahme von Cyberangriffen machen auch den Unternehmen immer mehr zu schaffen. Demnach dürften die Verluste durch entsprechende Cybervorfälle in Zukunft noch weiter steigen, heißt es in einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson.
So schätzen über 60 Prozent der Befragten (Vorjahr: knapp 50 Prozent), dass der "Silent
Cyber-Faktor" in den nächsten zwölf Monaten auf 1.01, d.h. auf mehr als einen
Cyberschaden im Vergleich zu 100 anderen "Nicht-Cyberschäden", anwachsen wird. Unter "Silent Cyber" verstehen Versicherer jene potentiellen Cyber-Risiken, die teilweise über die
klassischen Versicherungen, jedoch nicht über eine neue Cyber-Versicherung ("new
risks") abgedeckt sind. Zudem erwarten die Versicherungsunternehmen laut Studie überdies Großangriffe wie WannaCry oder NotPetya in steigendem Maße: Über 60 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie diese mit zunehmender Vehemenz erwarten.
Besonders betroffen seien dabei die Infrastrukturen für IT, die Telekommunikation und die öffentliche Versorgung, heißt es bei Willis Towers Watson weiter. Für diese Unternehmen gehen 42 Prozent der Befragten davon aus, dass sie wahrscheinlich zehn oder mehr cyberbezogene Schäden pro hundert "Nicht-Cyberschäden" erleiden werden. Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen und Life Sciences stehen dabei an der Spitze des stillen Cyber-Haftungsrisikos: In dieser Branche sehen 34 Prozent der Befragten das stille Cyber-Risiko bei 1,10 oder mehr. Dies entspreche einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2017. Eine signifikante Zunahme der stillen Cyber-Exposition sehen die Experten des Beratungsunternehmens zudem in der Sparte "Liability": 62 Prozent waren der Meinung, dass der stille Cyber-Risikofaktor im Bereich Haftpflicht über 1,01 liegt, verglichen mit nur 35 Prozent im Jahr 2017. Ebenfalls einem erheblichen stillen Cyber-Risiko  sind laut Studie auch die Bereiche D&O sowie E&O ausgesetzt: Über 30 Prozent der Befragten schätzen, dass ihr stiller Cyber-Faktor bei 1,10 oder höher liegt.
"Versicherer betrachten 'Silent Cyber' derzeit als weitaus größeres Risiko als je zuvor. Die letzten großen Angriffe im Jahr 2017 haben Risiken und potenzielle Schäden in allen Geschäftsbereichen aufgezeigt und geben Anlass zu großer Besorgnis rund um das 'Silent Cyber'-Risiko", konstatiert Mathias Pahl, Head of Corporate Risk and Broking bei Willis Towers Watson in Deutschland. "Allerdings hat unsere 'Cyber-Studie 2018', die wir im Frühjahr veröffentlicht haben, gezeigt, dass vielen Unternehmen der Umfang einer Cyber-Versicherung eher oder völlig unklar sei. Dabei ist es wichtig, genau zu wissen, welche Positionen versicherbar sind und wo es eventuell Überschneidungen mit anderen, bereits vorhandenen Versicherungen gibt", ergänzt der Experte.
Allein die deutsche Industrie rechnet bereits damit, dass Cyberattacken die Unternehmen teuer zu stehen kommen. Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom unter 503 Geschäftsführern und Sicherheitsverantwortlichen entstand den Firmen allein in den Jahren 2016 und 2017 ein Schaden von rund 43,4 Mrd. Euro durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage. Besonders im Fadenkreuz stehen dabei wohl die deutschen Industrieunternehmen: Sieben von zehn Befragten (68 Prozent) gaben an, in diesem Zeitraum Opfer von Hackerangriffen geworden zu sein.
Willis Towers Watson · Cyberschutz
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