Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte.
Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte.Quelle: Allianz
Unternehmen & Management

Internes Allianz-Dokument: Weniger als die Hälfte der Mitarbeiter glauben noch an Bäte

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte hat es derzeit nicht. Die Beschäftigten in Deutschland zweifeln zunehmend an der Strategie und den Kommunikationsfähigkeiten des Konzernlenkers. Dies geht aus einer internen Mitarbeiterbefragung hervor, die dem Manager-Magazin vorliegt.

Demnach glauben laut Umfrage wohl nur noch 46 Prozent der rund 17.000 befragten Mitarbeiter der Allianz Deutschland, dass die aktuelle Strategie von Allianz-Chef Bäte auch künftig den Erfolg des Unternehmens sichern würde. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 60 Prozent. Zudem glaubt nur noch ein Drittel der Befragten, dass die Konzernleitung glaubhaft handeln und kommunizieren würde. 2016 vertrat noch eine knappe Mehrheit von 51 Prozent diese Ansicht. Ein weiteres Ergebnis: Lediglich 37 Prozent der befragten Mitarbeiter fühlt sich durch Bätes Ziele und Visionen noch motiviert. Vor zwei Jahren waren es laut Bericht novh 53 Prozent.

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder kritische Berichte über den derzeitigen Kurs von Oliver Bäte. So berichtete jüngst die Wirtschaftswoche über eine Häufung von internen Problemen. Die Start-up-Tochter Allianz X habe gerade einmal zwei echte Ausgründungen hervorgebracht. Ideen aus dem Konzern waren Mangelware. "Wenn doch mal jemand mit einem richtig guten Einfall kam, killten andere Abteilungen im Konzern das Projekt", zitierte das Wochenmagazin einen früheren Mitarbeiter. Die Traditionalisten unter den Mitarbeitern indes sprechen sich gegen den aktuellen Kurs aus. Er sei zu radikal, zu offensiv. Der CEO steht vor der Schwierigkeit viele Interessen unten einen großen Allianz-Hut zu bringen. Auch wird der Vorwurf laut, dass sich Bätes Entwickler beim Umbau des Geschäftsmodells in erster Linie darauf beschränkt haben, "neben die Kundenpost und die Hotline noch eine App zu stellen". Beim Kunden hat das nicht immer einen guten Eindruck überlassen.

Die Allianz Deutschland wollte sich Anfrage von VWheute hingegen "nicht öffentlich zu einzelnen Ergebnissen interner Mitarbeiterumfragen äußern." Mit Blick auf den Bericht der Wirtschaftszeitung teilte der Versicherer mit: "Die vom Manager-Magazin aufgeführten Aspekte stellen nur einen kleinen Ausschnitt der in unserer Umfrage enthaltenen vielzähligen Fragestellungen dar. Die Antworten dazu fielen im Übrigen je nach Unternehmensbereich sehr unterschiedlich aus. Und es gibt auch zahlreiche positive Entwicklungen, gerade auch im Hinblick auf dieZusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten sowie das persönliche Arbeitsumfeld."

"In Zeiten der für unsere Zukunftsfähigkeit notwendigen Transformation sind kritische Rückmeldungen, Unsicherheit und auch daraus resultierende Unzufriedenheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verständlich. Das greift die Allianz Deutschland aktiv auf und genau deshalb führen wir jährliche Mitarbeiterumfragen durch. Selbstverständlich wird die Allianz Deutschland die Erkenntnisse aus den Rückmeldungen, wie in der Vergangenheit auch, als Grundlage für entsprechende Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit nutzen. Die Ergebnisse der Befragungen sind immer auch ein Auftrag unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und fließen bei vielen Entscheidungen mit ein. Daher ist dies auch im Top-Management ein regelmäßiger Punkt auf der Agenda", heißt es in einer Stellungnahme der Allianz Deutschland.

Oliver Bäte · Allianz
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