Quelle: World Economic Forum / Jakob Polacsek
Schlaglicht

Greift Zurich zu? Ankeraktionäre drängen Generali zu Fusion

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Spekulation um einen Fusionsflirt von Zurich und Generali reißen nicht ab. Wie die italienische Tageszeitung Repubblica nun berichtet, drängen die beiden Ankeraktionäre Leonardo del Vecchio, Stimmenanteil von 3,4 Prozent, und die Familie Caltagirone, Stimmenanteil von 4,5 Prozent, die Entscheidungsträger von Generali zu einem Kauf von oder einem Zusammenschluss mit einem gut aufgestellten Rivalen. Greco könnte bei einem möglichen Deal die prominente Hauptrolle spielen. Er kennt die Generali wie seine eigene Westentasch. Ob es so weit kommt, bleibt aber zu bezweifeln.

Mit der Schweizer Zurich Gruppe wurden in den vergangenen Jahren schon so manche Fusionsgerüchte gestreut: Erst hieß es, der amerikanische Milliardär Warren Buffett wolle sich mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway  strategisch beteiligen. Später wurde dem deutschen Branchenriesen Allianz  Interesse am traditionsreichen Versicherungskonzern aus Zürich nachgesagt.

 

Dann kam die Generali und die Verbindung zum jetzigen Zurich-Boss Mario Greco. Wohl deshalb ist der Name des italienischen Rivalen so naheliegend wie kaum ein anderer. Greco war vor seiner Rückkehr als Chief Executive Officer zur Zurich in derselben Funktion für die Italiener tätig. Sein früherer Arbeitgeber ist dem Manager bestens vertraut, die Kontakte zur italienischen Heimat prächtig.

 

Alleine schon aufgrund der Größenunterschiede scheint eine Übernahme der Zurich durch Generali allerdings wenig wahrscheinlich, schreibt ein Brancheninsider im Schweizer Nachrichtenportal Cash. Mit einem Börsenwert von 45 Milliarden Franken bring erstere einiges mehr an Gewicht auf die Waage als letztere mit umgerechnet knapp 25 Milliarden Franken.

 

Das wiederum spräche für einen Schulterschluss zwischen den beiden Versicherungskonzernen, mit Generali in der Rolle des Juniorpartners. In der Person von Mario Greco ein „trojanisches Pferd" der Italiener zu vermuten, wäre wohl weit hergeholt.

 

Aus dem Umfeld der Zurich war in den vergangenen Monaten immer wieder zu hören, dass das Unternehmen - anders als andere große Versicherungskonzerne - gut für einen langfristigen Alleingang gerüstet sei.

 

Eigentlich hat Greco momentan keinen Druck. Die dunkle Wolke, die nach den Selbstmorden von Finanzchef Pierre Wauthier und dem entlassenen Konzernlenker Martin Senn über dem 54.000-Mitarbeiter-Konzern hing, scheint verflogen. 

 

Der Manager nutzte die Zeit nach seiner Rückkehr, um  die Führungsstruktur zu verschlanken und setzte härtere Anforderungen für den Abschluss neuer Verträge durch. Sein umfassendes Sparprogramm soll bis 2019 die Betriebskosten der Zurich-Gruppe um 15 Prozent eindampfen. 

 

Vielleicht kommt ja dann ein Fusionscoup gerade zur rechten Zeit. 

Generali Group · Zurich · Mario Greco
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