Hamburg Landesbrücken, in Hamburg sitzen die Marktwächter
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Märkte & Vertrieb

Basisinformationsblätter von kapitalbildenden Versicherungen sind mangelhaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die neuen Basisinformationsblätter (BIB) für kapitalbildende Versicherungen bieten Verbrauchern keine ausreichende Orientierung. Das zeigt einer Untersuchun des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Verbraucherschützer hatten 26 BIB zu fondsgebundenen Rentenversicherungen verschiedener Anbieter unter die Lupe genommen. Die Hamburger Marktwächter kritisieren ungenaue Angaben und fehlende Vergleichbarkeit der BIB innerhalb eines Produktsegments. Den Informationsblättern fehlen laut Vorwurf der Verbraucherschützer genau die Angaben, die einen Vergleich ermöglichen, zudem seien sie sprachlich und inhaltlich unpräzise.

Die BIB sollen im Bereich der kapitalbildenden Versicherungen als neuer europäischer Standard seit dem 1. Januar 2018 den Verbrauchern bei -Information und Produktvergleich helfen. Sie sollen über Kosten und Risiken informieren und sind vom Versicherer vor dem Vertragsschluss auszuhändigen.

 

"Um Produkte miteinander vergleichen zu können, müssen die BIB innerhalb einer Produktkategorie einheitlich gestaltet sein. Das ist bei den von uns untersuchten BIB leider nicht der Fall", bemängelt Sandra Klug, Teamleiterin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hamburg. "Es bedarf klarer Vorgaben bezüglich des Informationsgehaltes und der Transparenz. Transparenz bedeutet sowohl eine einheitliche Darstellungsweise von Zahlen und Statistiken als auch ein einheitlicher Sprachgebrauch."

 

Zu unkonkret, zu wenig Orientierung

 

Die Verbraucherschützer bemängeln zudem die unpräzise Angabe von Zahlen und Leistungsdaten der Verträge. "Die Angabe von Spannen – etwa bei Kosten und Risikoklassen – bietet den Verbrauchern keine ausreichende Orientierung. Nur anhand von konkreten Zahlen lassen sich Produkte adäquat vergleichen. Die BIB sind keine Hilfe für den Verbraucher, sofern sie nicht auf das individuelle Angebot zugeschnitten sind“, erklärt Klug.

 

 Der Marktwächter Finanzen hat eine Stichprobe von 26 BIBs verschiedener Versicherer zu dem Produkt fondsgebundene Rentenversicherung aus dem Jahr 2018 unter die Lupe genommen. Dabei stammen zwölf aus konkreten und unterschriftsreifen Angeboten und 14 aus dem Internet ohne konkreten Angebotsbezug. "Die großen Anbieter sind vertreten."

 

Streitereien um Kundeninformationen sind in der Branche nicht neu und verlaufen nicht einseitig. So hat beispielsweise der GDV im Jahr 2016 die Ausgestaltung von Verbraucherinformationen und die  Basisinformationsblätter gerügt.

 

Zu demVorwurf der Verbraucherschützer schreibt der GDV: "Die Inhalte des Basisinformationsblattes für versicherungsbasierte Anlageprodukte sind weitgehend vorgegeben. Die Angaben beziehen sich grundsätzlich auf einen Musterkunden. Daher ist eine Individualisierung der Inhalte – wie von der Verbraucherzentrale Hamburg angemahnt (insb. variable Anlagesumme und Laufzeiten) – nicht möglich."

Verbraucherschützer · Verbraucherschutzzentrale Hamburg · private Altersvorsorge · Basisinformationsblätter
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