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Aufbau der ZZR wird verlangsamt – Kritik an Branche

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Branche bekommt mehr Zeit bei der Bildung der Zinszusatzreserve (ZZR). Das Bundesfinanzministerium ist der Bafin und dem Wunsch der Assekuranz gefolgt, mehr Zeit bei der Bildung der ZZR zu bekommen. Der Policenkäufer Partner in Life S.A. (PiL) hat das aus "Bafin-nahen Kreisen" erfahren, begrüßt die Entscheidung und kritisiert gelichzeitig die Versicherer. Der Bund der Versicherten stimmt mit ein.

Die Branche bekommt mehr Zeit bei der Bildung der Zinszusatzreserve (ZZR). Das Bundesfinanzministerium ist der Bafin und dem Wunsch der Assekuranz gefolgt, mehr Zeit bei der Bildung der ZZR zu bekommen. Der Policenkäufer Partner in Life S.A. (PiL) hat das aus "Bafin-nahen Kreisen" erfahren, begrüßt die Entscheidung und kritisiert gelichzeitig die Versicherer. Der Bund der Versicherten stimmt mit ein.

 

Der Bundesfinanzminister Olaf Scholz haben den entsprechenden Gesetzentwurf in der vergangenen Woche unterzeichnet, schreibt PiL. Das Ziel der Anpassung sei es, "die von den Lebensversicherungsgesellschaften an ihre Kunden gegebenen Zinsgarantien nachhaltiger als bisher abzusichern". Laut dem Unternehmen sei die Regelung nötig gewesen.

"Insgesamt ist es begrüßenswert, dass der Anspruch zum Aufbau der ZZR nach wie vor besteht, aber die Versicherungsgesellschaften dafür mehr Zeit bekommen. Wäre die Bundesregierung dem Vorschlag der Bafin nicht gefolgt, wäre es um den einen oder anderen Versicherer schlecht bestellt gewesen“, ist sich PiL-Vorstand Dean Goff sicher.

Die deutliche Einschränkung an der Beteiligung der Bewertungsreserven im Jahr 2014 wäre für die Versicherten schmerzlich gewesen, hätte der Assekuranz aber etwas, "wenn auch nicht genug", Luft verschafft. Der jetzige Schritt sei daher "nötig".

 

Das Ministerium selbst schreibt: "Die neue Berechnungsvorschrift zur Zinszusatzreserve gilt ab dem Geschäftsjahr 2018 (d. h. erstmalig für die Bilanz zum 31. Dezember 2018). Die entsprechende Verordnung trat am heutigen 23. Oktober in Kraft (einen Tag nach der Verkündung am 22. Oktober).

 

Zu den Gründen schreibt das Finanzministerium: "Die geänderte Regelung hält am Ziel fest, dass mit Hilfe der Zinszusatzreserve alle Versicherten zuverlässig ihre garantierten Leistungen erhalten. Dazu soll aber nicht mehr Zinszusatzreserve aufgebaut werden als erforderlich. Von dieser Anpassung profitieren alle Versicherten. Soweit es die langfristige Ertragskraft zulässt, können Unternehmen früher die Überschussbeteiligung der Versicherten erhöhen."

 

Der BDV übt sachliche Kritik

 

Laut dem BDV bekommen die Lebensversicherungsunternehmen erneut Hilfe, "um formal den Reserveanforderungen zu genügen", denen sie ansonsten womöglich "nicht mehr nachkommen" könnten.

BDV-Chef Axel Kleinlein sagt: "Wir begrüßen, dass die Versicherungsbranche kurzfristig Entlastung bekommt. So müssen die Kundinnen und Kunden nicht ad hoc wegen der Kalkulationsfehler der Versicherungsunternehmen noch deutlichere Einbußen hinnehmen."

Der BdV, forderte gleichzeitig, dass die "Fehlkalkulation der Versicherer" ehrlich als Ursache des Problems benannt wird. Zudem sollten nicht nur Hilfestellung für die Branche gewährt werden, sondern auch Maßnahmen zur Hilfe der Versicherungsnehmer in Angriff genommen würden.

 

Alles in allem deutliche Kritik an der LV-Branche, die angedachte Regelung wird von den beiden Institutionen als nötig angesehen, damit die Versicherer die Ansprüche ihre Kunden weiterhin bedienen können.

 

Der GDV schreibt zur Thematik:  "Jedes Unternehmen, das langfristige Leistungen garantiert, muss dafür Rückstellungen bilden. Die Höhe der Rückstellungen hängt vom Zins ab. Wenn der Zins fällt, müssen die Rückstellungen erhöht werden. Dies gilt für Lebensversicherer wie für Arbeitgeber, die Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung zusagen.

 

Zinsentwicklungen lassen sich von niemandem mit Sicherheit vorhersagen. Das gilt schon gar nicht für eine Staatschuldenkrise mit einer bis dahin ungekannten ultraexpansiven Geldpolitik. Entscheidend ist, dass sich Arbeitgeber und Lebensversicherer auf veränderte Umstände rechtzeitig einstellen.

 

Dem dient die 2011 eingeführte Zinszusatzreserve. Ziel der Regulierung ist es, Risiken für die Versicherten zu begrenzen. Dazu muss sie regelmäßig überprüft und bei Bedarf an ein verändertes Umfeld angepasst werden. Für die Zinszusatzreserve ist das fachlich unstreitig, selbst beim BdV.“

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