Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen
Martin Gräfer, Vorstand der BayerischenQuelle: die Bayerische
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Gräfer: "Ich sehe kein Vermittlersterben"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Hat der Beruf des Vermittlers noch eine Zukunft? Zwischen Juli und Oktober sank die Zahl der registrierten Versicherungsvermittler um rund 2.000, im Jahresvergleich sieht es noch dunkler aus – bei den Maklern sieht es dagegen wesentlich besser aus. Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen, will hingegen nicht von einem Vermittlersterben sprechen.

Beschäftigt sie als Unternehmen die Zahl der Versicherungsvermittler stetig sinkt – und das bei gleichzeitiger Unpopularität des Berufes?

Erlauben Sie mir den deutlichen Hinweis: Ich sehe kein Vermittlersterben! Im Gegenteil, ich sehe viele Beratungs- und Vermittlungsunternehmer die in ihre Organisation, in Personal und auch in Prozesse investieren. Das ist genau das Gegenteil von "Sterben" - das ist Leben. Aber ja, die Anzahl der Vermittler reduziert sich - aber das ist vielfach auch verständlich. Die Anzahl der nebenberuflichen Vermittler, die auch registriert wurden, geht zurück, wie in anderen Branchen geht der Trend zu größeren Einheiten. Und gerade bei diesen Einheiten und den qualifizierten Unternehmerinnen und Unternehmern sehe ich viel Begeisterung und Optimismus für die Zukunft. Wir als Bayerische und Mittelständler wollen auch Mutmacher und Ermöglicher sein. Die Anzahl der mit uns direkt und produktiv zusammenarbeitenden Vermittler hat sich sowohl bei unserem Exklusivvertrieb unserer Beteiligung der compexx Finanz AG sowie auch im Maklermarkt im übrigen deutlich erhöht.

Wenn die Zahl der Vermittler / Makler abnimmt, entsteht dann innerhalb der Branche ein Kampf um die besten Köpfe und wie die gewonnen / abgeworben könneWird die Versicherungsberatung in Deutschland leiden, wenn die Zahl der Vermittler sinkt?

Ja, der Wettbewerb um Talente um Leistungsträger nimmt zu und das ist doch sehr spannend und macht gerade den Beruf auch so attraktiv. Ich bin davon überzeugt, dass persönliche Beratung heute wichtiger denn je ist und das auch morgen bleibt - am besten in Kombination mit digitalen Beratungsmodellen, integrierten Prozessen vom Kunden über den Berater auch zum Versicherer. Deshalb investieren wir vermehrt in die Aus- und Weiterbildung, in unsere Prozesse und unsere IT - Landschaft. Dass die Anzahl der selbständig registrierten Berater oder Vermittler sinkt, ist alleine noch kein Problem. Denn daraus leitet sich die Chance ab in größeren Netzwerken und gemeinsam mit Partnern auch im Vertrieb erfolgreich zu werden. Das differenziert beispielsweise unseren Exklusivvertrieb und auch die compexx Finanz AG von vielen Marktteilnehmern. Und gerade auch unseren Freunden im Maklermarkt wollen wir hier ein echter Partner sein, der über das klassische Versichern hinausdenkt.

Wie entwickelt sich der Bedarf von Vermittlern / Makler in ihrem Unternehmen, werden sie durch die neuen technischen Möglichkeiten künftig weniger Vermittler brauchen?

Im Gegenteil - wir bauen die Zahl unserer Vermittler kontinuierlich auf. Denn unsere Produkte werden hervorragend am Markt aufgenommen - dazu braucht es persönliche Beratung. Die notwendige Digitalisierung in der Branche soll aber unbedingt helfen Prozesse und Verfahren für Vertriebspartner zu erleichtern und ihnen dadurch mehr Zeit für Beratung zu geben. Digitalisierung darf nie Selbstzweck sein. Rund 99,6 Prozent der Bundesbürger sind noch nicht Kunde der Bayerischen, für uns eine große Mission, den Anteil der Nicht-Kunden Schritt für Schritt zu verkleinern. Und uns macht weder Wettbewerb noch Regulierung Angst - sicher wünschen wir uns hier nicht noch mehr Hürden, so braucht es nun wirklich keinen Provisonsdeckel - wohl aber noch mehr Qualität und Transparenz auch in der Beratung. Wir setzen auf Innovation und darauf, unser Versprechen im Ereignisfall konkret einzuhalten.
Martin Gräfer · die Bayerische · Versicherungsvermittler
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