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Rating: Kapitalmarkt macht den Lebensversicherern weiter zu schaffen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt und die Zinszusatzreserve machen den Lebensversicherern in Deutschland weiterhin zu schaffen. Dies geht aus einem aktuellen Rating des Analysehauses Morgen & Morgen hervor. Dabei erhielten lediglich 19 der insgesamt 65 untersuchten Lebensversicherer eine "ausgezeichnete" oder "sehr gute Bewertung". Dennoch konstatieren die die Analysten der Branche eine "weitestgehend anhaltende Stabilität".
Mit dem Rating wollen die Analysten von Morgen & Morgen nach eigenen Angaben vor allem entsprechende Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer treffen - die da heißen: Kosten, Sicherheitspolster, Erträge sowie die Marktstellung. Dabei ächzen die untersuchten Lebensversicherer vor allem unter der Last der Zinszusatzreserve (ZZR). Lagen die Aufwände im Jahr 2016 noch Anoch bei 32 Prozent der Zinserträge lagen, machen sie 2017 schon rund 37 Prozent aus. Zum Vergleich: im Jahr 2014 lagen diese noch bei 23 Prozent. "Der Anstieg der Zins-zusatzreserve belastet die Branche immens. Durch die geplante Erleichterung bei der Zinszusatzreserve wird die Situation aber künftig entschärft", so Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen.

Zudem bewerteten die Analysten auch, wie die finanzielle Stabilität sowie die Eigenkapitalunterlegung eines Versicherers im Hinblick auf eine mögliche Krise ausgerichtet ist. Grundlage des Tests ist die Solvency II-Bedeckungsquote und weitere vom Versicherer zur Verfügung gestellte Daten. Das Ergebnis: Alle 48 untersuchten Versicherer haben den Test bestanden, über 50 Prozent davon mit der Bewertung "ausgezeichnet". "Die Lebensversicherer sind wirtschaftlich stabil und flexibel genug, um in schwierigen Zeiten bestehen zu können", konstatiert Schneider.

Insgesamt erhielten nach Angaben des Analysehauses mit der mit der Allianz, Alte Leipziger, Debeka, Deutsche Ärzteversicherung, Europa, Hannoversche, Ideal, R+V a.G. und der WGV neun Versicherer die Bestnote "ausgezeichnet". Weitere zehn Versicherungskonzerne erhielten die Note "sehr gut", darunter die Huk-Coburg oder LV 1871. 25 Versicherer landeten dabei mit drei Sternen im Mittelfeld, darunter die Axa, Basler, LVM, R+V, Signal Iduna, SparkassenVersicherung, Swiss Life, Universa, Volkswohl Bund und Zurich Deutscher Herold. Knapp ein Drittel landete dabei imunteren Drittel wie die AachenMünchener, CosmosDirekt, Ergo, Ergo Direkt, Gothaer, HDI, Helvetia, Provinzial Rheinland oder Württembergische mit jeweils zwei Sternen. Das Schlusslicht mit je einem Stern ("sehr schwach") bildeten unter anderem die Barmenia sowie die Provinzial NordWest und Rheinland.
Die aktuellen Ratingergebnisse von Morgen & Morgen.
Die aktuellen Ratingergebnisse von Morgen & Morgen.Quelle: Morgen & Morgen
Ein Hoffnungsschimmer gibt es jedenfalls aus der Politik. Demnach hat das Bundesfinanzministerium nun die nötige Verordnung für die Reform der Zinszusatzreserve und die EInführung eines Zinskorridors auf den Weg gebracht. So habe Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) habe die entsprechende Verordnung bereits unterschrieben, die "in Kürze im Bundesgesetzblatt veröffentlicht" werde, teilte Finanzstaatssekretär Jörg Kukies auf der GDV-Konferenz zur Versicherungsregulierung am Donnerstag in Berlin an. Damit dürfte noch in diesem Jahr die neue Berechnungsmethode in Kraft treten. Für die Lebensversicherer dürfte die jährliche Entlastung um einen zweistelligen Milliardenbetrag sinken.
Zinszusatzreserve · Lebensversicherer · Rating · Morgen & Morgen
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