Johannes Sczepan ist seit 2002 als Geschäftsführer der Finanzberatungsgesellschaft Plansecur tätig.
Johannes Sczepan ist seit 2002 als Geschäftsführer der Finanzberatungsgesellschaft Plansecur tätig.Quelle: Plansecur
Köpfe & Positionen

Provisionsdeckel gleich DDR? Plansecur Chef übt heftige Kritik an Politik und Verbraucherschützern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Provisionsdeckel erhitzt weiter die Gemüter. Jo­han­nes Sc­ze­pan, Ge­schäfts­füh­rer und An­d­rew J. Hartsoe, Lei­ter be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung, von Plansecur haben in einer großen Zeitung großes Kaliber aufgefahren: Werde die Vergütung von Vermittlern auf "staatlich verordnete Brosmanen zusammenstreichen, würde die "DDR-Wirtschaftslogik nachgerade fröhliche Urstände feiern".

Der Provisionsdeckel erhitzt weiter die Gemüter. Jo­han­nes Sc­ze­pan, Ge­schäfts­füh­rer und An­d­rew J. Hartsoe, Lei­ter be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung, von Plansecur haben in einer großen Zeitung großes Kaliber aufgefahren: Werde die Vergütung von Vermittlern auf "staatlich verordnete Brosmanen zusammenstreichen, würde die "DDR-Wirtschaftslogik nachgerade fröhliche Urstände feiern".

Ein Provisionsdeckel würde von "sogenannten Verbraucherschützern", zum Nachteil eines großen Teils der Bevölkerung gefordert werden. Der Provisionsdeckel ist eine angedachte aber noch nicht umgesetzte gesetzliche Begrenzung der Abschlussprovision des Vermittlers bei Altersvorsorgeverträgen.

Die Politik gerät ebenfalls in den Fokus der Kritik der Autoren. Es dränge sich die Fra­ge auf, war­um sich der Ge­setz­ge­ber be­ru­fen fühlt, "die Ver­gü­tung je­ner Men­schen zu kür­zen, die zu­gleich das staat­li­che und ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Ziel er­fül­len hel­fen, die Be­ra­tung zur Al­ters­ver­sor­gung si­cher­zu­stel­len?" Diese Beratungstätigkeit liefere sonst niemand.

Angriff auf die Politiker

Einen Seitenhieb auf die Diäten der Politiker konnten oder wollten sich Sc­ze­pan und Hartsoe nicht verkneifen. Der Gesetzgeber würde die eigenen Diäten regelmäßig "nach oben anpassen", doch "für welche Mehrleistung erfolgt diese Anpassung", fragen die Autoren.

Zwar habe es in der Vergangenheit in der Finanzbranche "Exzesse gegeben" doch das wäre kein Grund "das Kind mit dem Bade auszuschütten", schließlich gäbe es auch "rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung verurteilte Bundestagsabgeordnete" und welche mit "gefälschten Doktorarbeiten", sowie Politiker denen "ganz persönliche schwarze Parteispendenkassen wichtiger waren als die Ehre vor dem Gesetz". Das hätte aber nicht dazu geführt, dass die "Politikerbezüge halbiert wurden".

Großbritannien als Beispiel

Keine Diskussion über den Provisionsdeckel ohne Bezug auf die große Insel – ein eisernes Gesetz.  

Die Autoren greifen es auf und verweisen auf die Folgen, die das Verbot angerichtet hätte. Im Jahr 2013 wurden dort die Provisionen verboten, auch weil Verbraucherschützer in "schwül-seichten" Duktus behauptet hätten, dass eine faire Beratung und Provisionen unvereinbar wären. Das Ergebnis sei, dass "Millionen von Bürgern" von der Finanzberatung "schlichtweg abgeklemmt" wurden.

"Makler leisten in der Regel gute und wertvolle Arbeit"

Ein Vermittler sei in Deutschland ein Angestellter und bekomme seinen Lohn für seine Leistung und seinen Teil an der Produktion. Der Stundenlohn würde bei einem Vermittler, nach einer eigenen Rechnung über 30 Jahre, über die Vertragslaufzeit bei 60 Euro (brutto) liegen, dem Lohn eines "ehrbaren Handwerkers".

Diese Entlohnung wäre den Verbraucherschützern ein Dorn im Auge: "Warum setzen wir nicht gleich die Axt an jeden Selbständigen und Angestellten und sägen uns Löhne nach Gusto zurecht?", fragen die Autoren und ruft die Verbraucher zu Widerstand gegen den Provisionsdeckel auf.

Jedem Markteilnehmer steht seine Meinung zu, doch wer und was soll mit einem solchen Kommentar in der FAZ erreicht werden?

Plansecur · Provisionsdeckel · Verbraucherschützer
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