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Politik & Regulierung

Versicherer aufgepasst: Ist das Versenden von Rechnungen per Mail zulässig?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es geht um 9.000 Euro Schaden, aber wichtiger ist die Frage: Ob eine Versicherung Rechnungen per Mail versenden darf, ist mit dem Versenden die Pflicht des Unternehmens bereits erfüllt?

Der Fall birgt Zündstoff: Ein Versicherer will von einem jungen Elternpaar nach einem KFZ-Unfall rund 9000 Euro einklagen, weil nach Begleichung des Schadens auffiel, dass der erste Versicherungsbeitrag noch nicht bezahlt gewesen sei, als es zu dem Unfall kam. Der Kleinbus des Paars rollte einen Abhang herunter und beschädigte eine stehende Limousine.

 

Rechnung nicht öffenbar

 

Die junge Mutter gab, sie habe den Anhang einer E-Mail der Versicherung nicht öffnen können – und die Rechnung damit formell nicht erhalten, berichtet RP-online. Sie habe "damit gerechnet, dass die Rechnung mit der Briefpost kommt".

 

Der Konzern habe Nachrichten in ihr elektronisches Postfach geschickt, aber beim Versuch des Ausdruckens seien nur weiße Blätter das Ergebnis gewesen, erklärt ihr Anwalt Georg Heusler. Laut Dokumentation war das angehängte Dokument 21 Mal angeklickt worden, so der Versicherungsanwalt. Das lag wohl daran, "dass es sich nicht öffnen ließ", erklärt die Frau. Als sechs Tage nach dem Unfall die Mahnung der Versicherung per Post kam, wurde die Prämie von dem Paar sofort gezahlt.

 

Wie das Gericht entscheiden wird, ist offen. Es steht die Frage im Raum, ob die Versicherung ihre Rechnung per E-Mail verschicken durfte. Der Versicherungs-Anwalt erklärte, er könne durch Sachverständigen-Gutachten beweisen, ob die elektronisch verschickte Rechnung doch geöffnet und gelesen wurde.

Beide Parteien wollen jetzt nach einer Lösung suchen, ansonsten kommt es am 7.November zum Urteil.

E-Mail Kommunikation · Kfz-Versicherung · Urteil
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