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Politik & Regulierung

P&R-Pleite: Was bleibt den Gläubigern noch übrig?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Heute und morgen dürfte es in der Münchener Olympiahalle wohl ziemlich heiß gehen. Nach der Insolvenz der Containerfirma P&R treffen sich nun die Gläubiger des Unternehmens zu einer der wohl größten Gläubigerversammlungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Betroffen sind fast ausschließlich Privatanleger, darunter viele Rentner und Pensionäre, die ihre Altersvorsorge aufbessern wollten und geprellt wurden.
Insgesamt sind rund 54.000 Anleger von der Pleite betroffen, die bereits mehr als 80.000 Forderungen angemeldet haben. Geht es nach Insolvenzverwalter Michael Jaffé, könnten die ersten Zahlungen bereits im Jahr 2020 erfolgen. Immerhin die Zeit drängt: Mehr als ein Drittel der betroffenen Anleger sind bereits über 70 Jahre alt.
Das Anlagekonzept der P&R-Gruppe klingt jedenfalls relativ simpel: Die Anleger kaufen Seecontainer, die sie dem Verkäufer vermieten und später zu einem vorab vereinbarten Preisen wieder zurückgeben. Damit hatte das Unternehmen Gelder in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro eingesammelt. Der Haken dabei: Von den rund 1,6 Millionen Containern waren in den Büchern tatsächlich nur etwa 618.000 verzeichnet.
"Die deutschen P&R-Gesellschaften haben über viele Jahre hinweg Verträge mit Anlegern über Container geschlossen, die es de facto nie gegeben hat und die auch nicht angeschafft wurden.  Vielmehr wurden die neu eingeworbenen Gelder dazu genutzt, laufende Verbindlichkeiten aus Mietzahlungen und Rückkäufen gegenüber 'Altanlegern' zu begleichen", konstatiert Insolvenzverwalter Jaffé.
Dabei steht auch die Finanzaufsicht Bafin in der Kritik. So steht laut einem Bericht des Manager Magazins im Juni dieses Jahres der Vorwurf im Raum, dass die Aufseher die Prospekte der Containerfirma "geschludert" zu haben. Die Bafin selbst wies den Vorwurf hingegen zurück. " Die Prüfung auf Kohärenz beinhaltet den Abgleich eines konkreten Prospekts auf Widersprüche in sich. Ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Prospekten ist nicht Gegenstand einer Prospektprüfung", werden die Finanzaufseher in der Wirtschaftswoche zitiert.
Ob und welches Ergebnis von den Gläubigerversammlungen indes bekannt gegeben wird, ist noch offen. Die Öffentlchkeit - einschließlich Ehepartnern und Familienangehhörigen - sind nämlich ausgeschlossen.
P&R · Insolvenz
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