Quelle: lichtkunst.73 / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

P&R-Pleite: Was bleibt den Gläubigern noch übrig?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Heute und morgen dürfte es in der Münchener Olympiahalle wohl ziemlich heiß gehen. Nach der Insolvenz der Containerfirma P&R treffen sich nun die Gläubiger des Unternehmens zu einer der wohl größten Gläubigerversammlungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Betroffen sind fast ausschließlich Privatanleger, darunter viele Rentner und Pensionäre, die ihre Altersvorsorge aufbessern wollten und geprellt wurden.
Insgesamt sind rund 54.000 Anleger von der Pleite betroffen, die bereits mehr als 80.000 Forderungen angemeldet haben. Geht es nach Insolvenzverwalter Michael Jaffé, könnten die ersten Zahlungen bereits im Jahr 2020 erfolgen. Immerhin die Zeit drängt: Mehr als ein Drittel der betroffenen Anleger sind bereits über 70 Jahre alt.
Das Anlagekonzept der P&R-Gruppe klingt jedenfalls relativ simpel: Die Anleger kaufen Seecontainer, die sie dem Verkäufer vermieten und später zu einem vorab vereinbarten Preisen wieder zurückgeben. Damit hatte das Unternehmen Gelder in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro eingesammelt. Der Haken dabei: Von den rund 1,6 Millionen Containern waren in den Büchern tatsächlich nur etwa 618.000 verzeichnet.
"Die deutschen P&R-Gesellschaften haben über viele Jahre hinweg Verträge mit Anlegern über Container geschlossen, die es de facto nie gegeben hat und die auch nicht angeschafft wurden.  Vielmehr wurden die neu eingeworbenen Gelder dazu genutzt, laufende Verbindlichkeiten aus Mietzahlungen und Rückkäufen gegenüber 'Altanlegern' zu begleichen", konstatiert Insolvenzverwalter Jaffé.
Dabei steht auch die Finanzaufsicht Bafin in der Kritik. So steht laut einem Bericht des Manager Magazins im Juni dieses Jahres der Vorwurf im Raum, dass die Aufseher die Prospekte der Containerfirma "geschludert" zu haben. Die Bafin selbst wies den Vorwurf hingegen zurück. " Die Prüfung auf Kohärenz beinhaltet den Abgleich eines konkreten Prospekts auf Widersprüche in sich. Ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Prospekten ist nicht Gegenstand einer Prospektprüfung", werden die Finanzaufseher in der Wirtschaftswoche zitiert.
Ob und welches Ergebnis von den Gläubigerversammlungen indes bekannt gegeben wird, ist noch offen. Die Öffentlchkeit - einschließlich Ehepartnern und Familienangehhörigen - sind nämlich ausgeschlossen.
P&R · Insolvenz
Auch interessant
Zurück
23.07.2019VWheute
"Ohne Politik wären LV-Versi­cherer pleite gegangen" – haben die Unter­nehmen das Schlimmste hinter oder noch vor sich? Unfallgeschäft lohnt sich, …
"Ohne Politik wären LV-Versi­cherer pleite gegangen" – haben die Unter­nehmen das Schlimmste hinter oder noch vor sich?
Unfallgeschäft lohnt sich, Lebensversicherung nicht (mehr). Das ist in der Branche Allgemeingut. Was soll also bei einer Untersuchung von Assekurata zum Thema …
02.07.2019VWheute
Vollzug: Roland Stof­fels wird Country Chief Insurance Officer P&C im Vorstand der Gene­rali Deutsch­land Mit Wirkung zum 1. Juli 2019 übernimmt …
Vollzug: Roland Stof­fels wird Country Chief Insurance Officer P&C im Vorstand der Gene­rali Deutsch­land
Mit Wirkung zum 1. Juli 2019 übernimmt Roland Stoffels (52) die Funktion als Country Chief Insurance Officer P&C der Generali Deutschland AG. Die Bundesanstalt für …
16.04.2019VWheute
Part­nerRe ernennt CEO, P&C Americas Der Rückversicherer hat die Ernennung von Jonathan Colello bekanntgegeben. Er wird dem Unternehmen ab 1. Juli als…
Part­nerRe ernennt CEO, P&C Americas
Der Rückversicherer hat die Ernennung von Jonathan Colello bekanntgegeben. Er wird dem Unternehmen ab 1. Juli als CEO, P&C Americas, und President of Partner Reinsurance Company of the U.S. vorstehen.
21.02.2019VWheute
Scor trotzt Natur­ka­ta­stro­phen und will höhere Divi­dende zahlen Der französische Rückversicherer Scor hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 trotz…
Scor trotzt Natur­ka­ta­stro­phen und will höhere Divi­dende zahlen
Der französische Rückversicherer Scor hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 trotz Schadenbelastung durch Naturkatastrophen mit passablen Zahlen abgeschlossen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stiegen …
Weiter