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Politik & Regulierung

Dieselskandal: Audi zahlt Bußgeld von über 800 Mio. Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Dieselaffäre kommt nun auch den Automobilhersteller Audi teuer zu stehen. Wie die VW-Tochter am Dienstag mitteilte, werde man den Bußgeldbescheid der Staatsanwaltschaft München II akzeptieren. Im Gegenzug soll das Verfahren gegen den Automobilhersteller eingestellt werden.
Demnach setze sich das Bußgeld "aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung in Höhe von fünf Mio. Euro für fahrlässige Ordnungswidrigkeiten sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von  795 Mio. Euro" zusammen, heißt es bei Audi weiter. Die Staatsanwaltschaft München sehe es demnach als erwiesen an, dass "es zu Aufsichtspflichtverletzungen in der Organisationseinheit "Abgas Service / Zulassung Aggregate" bei der Prüfung von Fahrzeugen auf ihre regulatorische Konformität gekommen" sei. Erst im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt.
Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten des Dieselskandals, darunter der ehemalige Konzernschef Rupert Stadler, gehen indes weiter.. Diesem wird vorgerworfen, Zeugen beeinflusst zu haben. Daher sitzt Stadler seit Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft. Vor etwa zwei Wochen hatte sich der VW-Konzern "mit sofortiger Wirkung" von ihm getrennt.
Für den D&O-Versicherer Stadlers dürfte dies jedoch wenig erfreulich sein: Es droht ein langer Prozess, in dem die Justiz beweisen muss, dass der Audi-Chef von der Manipulation wusste. Angeblich liegen den Anklägern Mails vor, die genau das belegen, damit wäre der Betrug bewiesen und Stadler ohne Versicherungsschutz. "Sollte sich der Betrugsvorwurf bewahrheiten, bleibt der Audi-Chef auf allen Kosten sitzen, die während der Ermittlungen und einem möglichen Gerichtsverfahren entstehen“, erklärt Diederik Sutorius, Geschäftsführer des Kölner D&O-Spezialanbieters VOV. "Betrug ist vertraglich als wissentliche Pflichtversicherung immer ausgeschlossen."
Dieselskandal · Audi
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