Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx
Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der TalanxQuelle: Talanx
Schlaglicht

Schadenlimit überschritten: Talanx verfehlt Gewinnziel und wagt mutige Ankündigung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Erste Bewährungsprobe für Torsten Leue: Nach mehreren Großschäden sowie einer Häufung kleinerer Schäden in der industriellen Sachversicherung schraubt der neue Talanx-Chef die Gewinnerwartung für das laufende Jahr kräftig nach unten. Besonders stark ins Kontor schlagen das Staudamm-Projekt in Kolumbien und das Brückenunglück in Genua. Der Vorstandschef indes reagiert mutig und kündigt für 2019 ein Gewinnziel von 900 Millionen an – falls nicht wieder etwas dazwischen kommt.

Ursprünglich wurde das Gewinnziel 2018 auf 850 Millionen Euro angesetzt, nun liegt es nach Angaben der Talanx bei 700 Millionen Euro. Unter anderem musste die zum Konzern gehörende HDI-Industrieversicherung für den Zwischenfall bei dem Staudamm-Projekt Hidroituango in Kolumbien tief in die Tasche greifen. Bei dem Megaprojekt war der Damm fast gebrochen. Auch der Zusammenbruch der Autobahnbrücke im italienischen Genua im August, bei dem mehr als 40 Menschen getötet wurden, kam Talanx teuer zu stehen.

 

An der Börse sorgten die Neuigkeiten für schlechte Stimmung. Der Aktienkurs von Talanx  rauschte in einer ersten Reaktion auf der Handelsplattform Tradegate  im Vergleich zum Xetra-Handelsschluss um mehr als sieben Prozent in die Tiefe.

Kein Grund zur Unruhe

In der Sparte Industrieversicherung rechnet das Unternehmen im dritten Quartal vor Steuern mit einem Verlust von 100 Millionen Euro. Die Sparte gilt als problematisch. Vor allem die Industrie-Feuerversicherung bereitet dem Versicherer Sorgen, weil die Prämien dort nicht ausreichen, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken.

 

„Unabhängig von den jüngsten Großschäden ist Talanx für die Sanierung der Feuersparte im Geschäftsbereich Industrieversicherung sehr optimistisch“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. „Die bereits vollzogenen Veränderungen im Management und das „20/20/20“-Programm sollten 2019 zu einem ausgeglichenen und ab 2020 zu einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis des Geschäftsbereichs führen.“

 

Das Programm zielt im Kern darauf ab, die kombinierte Schaden-/Kostenquote in den belasteten 20 Prozent des Industrieportfolios bis 2020 auf deutlich unter 100 Prozent zu senken. Bis Mitte Oktober sind bereits mehr als 60 Prozent der insgesamt angestrebten Ratensteigerungen kontrahiert. Alle anderen Geschäftsbereiche, Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International sowie Rückversicherung entwickeln sich erwartungsgemäß.

 

Das Management sieht keinen Grund zur Unruhe. Für 2018 will Talanx von der geplanten stabilen Dividende von 1,40 Euro je Aktie nicht abzurücken. 

 

Die kompletten Quartalszahlen will das Unternehmen am 12. November vorlegen.

Talanx · Torsten Leue
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