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Wütet Hurrikan Michael auch in der AIG Bilanz?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Derzeit wütet in Florida der Hurrikan Michael. Das hat nicht nur Folgen für die Betroffenen, sondern auch für Versicherer wie AIG. Ob die Anzahl und Stärke der Unwetter tatsächlich zunehmen, darüber streiten Experten weiterhin.

Das Problem für den AIG ist der Kauf des Rückversicherers Validus zum Jahresbeginn. Dieser rückversichert viele der kleinen und mittleren Versicherer, die in der vom Hurrikan betroffenen Region als Erstversicherer tätig sind. Experten rechnen damit, dass Michael Gesamtschäden von 10. Mrd. Dollar anrichten wird, das ist auch anteilig für einen Rückversicherer wie Validus keine Kleinigkeit. In der von Michael betroffenen Region hatten sich viele Versicherer, Statefarm oder Allstate, bereits 1992 nach Hurrikan Andrew aus dem Geschäft zurückgezogen, zurück blieben kleinere Versicherer mit hohen Rückversicherungsquoten.

 

Preise werden nicht dauerhaft steigen

 

Ein Experte bestätigte gegenüber VWheute anonym, dass die Rückversicherer die Sturmgefahr wohl unterschätz hätten, nachdem im letzten Jahr bereits der schwere Hurrikan Irma Florida heimsuchte, hätten sie nicht so schnell mit einem neuen Supersturm gerechnet.

Es wäre zwar derzeit noch zu früh um die Kosten von Michael einschätzen zu können, aber sie sollen sich in einem Korridor in hoher einstelliger oder niedriger zweistelliger Milliardenhöhe bewegen, schätzt der Fachmann.

 

 Nach Einschätzung des Experten hätten die Rückversicherer auch nur bedingt Einfluss darauf, welche Risken der Erstversicherer zeichnet. Anders ausgedrückt: Sitzt man als Rückversicherer nach Unterzeichnung des Vertrages mit im Boot, kann man erst nach Ablauf des Vertrages, meist nach einem Jahr, wieder aussteigen.

Nach Einschätzung des Experten werden die Katastrophen auch nur für einen kurzfristigen Anstieg der Prämien auf dem Rückversicherungsmarkt sorgen, Michael werde "keine langfristigen Folgen" haben.

 

Derweil streiten Experten darüber, ob die Stürme mit der Klimaerwärmung zusammenhängen, der jüngste Bericht des Weltklimarates liefert keine eindeutigen Aussagen diesbezüglich, dasselbe gilt für Fluten oder Dürren.

 

Einige Experten sind sich allerdings sicher, dass es einen Zusammenhang gibt. Panmao Zhai, Ko-Chef der Arbeitsgruppe I des Weltklimarats: "Wir sehen schon die Konsequenzen der globalen Erwärmung um 1 Grad Celsius durch häufigere Extremwetter, steigende Meeresspiegel, eine schrumpfende Eisfläche in der Arktis neben anderen Veränderungen."

Hurrikane · Hurrikan Michael · Florida · Nordamerika
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