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Politik & Regulierung

Mehr Insolvenzen in Mittel- und Osteuropa und die Folgen für kreditversicherer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die guten Zeiten sind vorbei. Die Insolvenzen in Mittel- und Osteuropa (MOE) werden stark steigen, sagt der der Kreditversicherer Coface. Für das Jahr 2018 prognostiziert Coface plus 10,4 Prozent und für 2019 plus 15,5 Prozent.  Welche Auswirkungen das hat und was getan werden kann, weiß die Expertin Katarzyna Kompowska.

Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung, 2017 betrug das durchschnittliche Wachstum der Region 4,5 Prozent, der höchste Wert seit 2008, stiegen die Insolvenzen schon 2017 um 6,4 Prozent. Nach Ansicht der Coface-Volkswirte ist das ein Anzeichen für das Ende des positiven wirtschaftlichen Zyklus in der Region. Denn auch die Liquidität der Unternehmen schwächelt, obwohl die Geschäfte in den vergangenen Jahren gut liefen. Damit kehrte sich der Trend der Vorjahre um. 2016 waren die Pleiten um 6 Prozent zurückgegangen, 2015 sogar um 14 Prozent.

 

Ursachen der Pleiten

 

Die Gründe für die schwächere Liquidität, die auch zu Insolvenzen geführt hat, sind in den verschiedenen Ländern gleich. "Produktionsauslastungen und die starke Nachfrage veranlassten Unternehmen dazu, die Kapazitäten auszubauen", erklärt Grzegorz Sielewicz, Regional Economist bei Coface für Mittel- und Osteuropa. "Ermutigt durch das positive Umfeld, aber ungeachtet des hohen Wettbewerbs in etlichen Branchen, kamen außerdem neue Unternehmen auf die Märkte. Die Umsätze stiegen auch, allerdings nicht die Gewinne. Der Profit wurde begrenzt durch höhere Kosten, inklusive der Löhne." Hinzu kam laut Unternehmen, dass die Unternehmen freie Stellen nur schwer oder gar nicht besetzen konnten.

 

Für das laufende Jahr und für 2019 erwartet Coface weiter steigende Insolvenzahlen für die Region und damit das Ende einer längeren wirtschaftlichen Phase.

 

Doch was bedeutet das konkret, welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen, das weiß Katarzyna Kompowska. Die Regional CEO von Coface rät den Unternehmen die konkrete Konstellation genau zu betrachten: "In Polen beispielsweise haben wir zwar einen starken Anstieg der Insolvenzen, aber immer noch die niedrigste Insolvenzquote in MOE."

 

Insgesamt bestehe kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. "Zyklen, wie sie jetzt offensichtlich die Region MOE erlebt, sind für einen Kreditversicherer weitgehend normal. Professionelles Risikomanagement ist die Voraussetzung, mit solchen Veränderungen umzugehen."

 

Im Rahmen der normalen Kreditprüfung schaue sich Coface bei einer solchen Insolvenzentwicklung die konkreten Engagements mit Abnehmern in den jeweiligen Ländern natürlich genauer an. Pauschale Folgen habe das aber nicht.

 

 

Europa · Kreditversicherer · Insolvenz
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