Quelle: Screenshot Werbeclip Nexible
Schlaglicht

Peinlich-Werbung von Nexible: Dahin fließt das Geld der Ergo

Von Michael StanczykTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kommentar. Der digitale Autoversicherer Nexible sorgt mit einem durchgeknallten Werbeclip für Aufsehen. Der Inhalt: In althergebrachter RTL-2-Trash-Dramaturgie sucht Schlager-Altstar Jürgen Drews einen Nachfolger für sich – den neuen „König von Mallorca“. Fündig wird er in einer Game-of-Thrones-Kunstfigur. Die Botschaft? Es gibt keine, außer, dass sich keiner für Versicherungen interessiert. Der Spot ist ein gewagter Tabubruch und ein mächtiger Seitenhieb gegen die Etablierten. Er geht dennoch am Ziel vorbei.

Im Mittelpunkt der von der Berliner Agentur Dojo konzipierten Kampagne steht der Schlager-Star, Entertainer und Mallorca-König Jürgen Drews. Die Story ist schnell erzählt: Drews sucht einen Thronfolger und hat den Nachtkönig aus der Fernsehserie „Game of Thrones" für den Job auserwählt.

 

Im Anschluss wird in der Party-Hölle vom Ballermann heftig gefeiert, mit dazugehörendem Total-Absturz, und folgender Rückbesinnung auf das, was den Ballermann ausmacht. Was immer das auch sein mag.

 

Der Viereinhalb-Minuten-Clip, der als Starter über die Nexible-Homepage läuft und  ausschließlich über Social Media-Kanäle Aufmerksamkeit erlangen soll, erinnert in der Aufmachung stark an täglich über den Bildschirm flimmernde Trash-Kunstwerke im Stile von „Berlin-Tag & Nacht“, „Frauentausch“, „Bauer sucht Frau“ und Co.

 

Da hilft es wenig, dass der Nexible-Film zwischendurch auf die Absurditäten der zeitgenössischen Popkultur und Internet-Memes hinweist und sich dadurch gewissermaßen distanziert. Mehr als ein müdes Lächeln ist allerdings nicht drin.

 

Die Frage, was das alles mit Versicherung zu tun hat, kommt wenig überraschend dann auch noch auf. Künstlich in die Kamera blickend antwortet Schlagerstar Drews mit „So wenig wie möglich“.

 

Da muss man sich als Versicherer, virale Social-Media-Hits hin oder her, schon die Frage stellen, wofür man eigentlich steht, was die Idee des Versicherns darstellt und wie weit man gehen sollte, um Erfolg am Markt zu haben oder neue Zielgruppen anzusprechen. Vor allem aus dieser Sicht eine fragwürdige Kampagne.

 

Nexible-Chef John-Paul Pieper sieht das anders. Seiner Meinung nach erwarte man von seiner Versicherung  einen fairen Preis und im Fall der Fälle den besten Schutz. "Darüber hinaus möchte man sich so wenig, wie möglich damit beschäftigen und lieber Zeit für den nächsten Serien-Marathon haben."

 

Nach dem ersten Anschauen des Videos werden sich nicht wenige Branchenexperten gefragt haben, wofür Ergo und Tochter Nexible ihr Geld ausgeben, um Marken „bekannt zu machen“.

 

Den vollständigen Clip sehen Sie hier.

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