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"Lebensversicherung tot, Branche unredlich, Kosten horrend" – Linken-Politiker Zdebel mit Wutrede

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Partei die Linke ist nicht der allergrößte Freund der Versicherungsbranche. Auch für die Lebensversicherung haben viele in der Partei wenig Liebe, der Abgeordnete Hubertus Zdebel spricht der Branche die Redlichkeit ab, die Abschlussquoten seien "horrend".

"Die Lebensversicherer beklagen ständig das Niedrigzinsumfeld und wollen deswegen den Verbrauchern immer mehr von den ihnen zustehenden Überschüssen abzwacken. Doch in Wirklichkeit ist die Durchschnittsverzinsung der Kapitalanlagen in 2017 sogar gestiegen." Als Beispiel nennt er die Allianz die eine "Verzinsung von 4,6 Prozent" erzielte. Das sei "nicht schlecht" in Zeiten, in denen Verbraucher "teils gegen Minuszinsen auf ihren Tagesgeldkonten kämpfen". Da sei es "mehr als unredlich", dass "nach wie vor die meisten Versicherer kaum Bewertungsreserven und andere Überschüsse an die Verbraucher ausschütten".

 

Und weiter geht die Kritik

 

Dies alles stärke nicht das Vertrauen in Lebensversicherungsbranche nicht, die sich dementsprechend nicht wundern dürfe, dass ihre klassischen Produkte de facto tot sind und mittels 'Neuer Klassik' "künstlich und zum Nachteil der Verbraucher" am Leben gehalten werden.

 

"Wer jahrelang überteuerte und intransparente Produkte auf den Markt bringt und in einem wirtschaftlichen Knick ruckzuck den Gürtel nur bei den eigenen Kunden enger schnallt, während Aktionäre fast umfänglich verschont bleiben, sollte seinen Laden besser dichtmachen", zürnt Zdebel.

 

Der Anstieg bei der Zahl der Beitragsfreistellung von Verträgen komme aus den genannten Gründen "nicht aus heiterem Himmel. Mehr als jeden vierten Vertrag würden die Kunden laut dem Abgeordneten am liebsten loswerden. Dazu tragen unter anderem auch "horrende Abschlusskostenquoten von fast fünf Prozent sowie Bestandsprovisionen" bei.

 

Insgesamt seien die Verbraucher letztlich die "Gelackmeierten", wenn sie sich "auf das Abenteuer Lebensversicherung einlassen".

Die Linke · Hubertus Zdebel · Lebensversicherungen · Kritik
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