Versicherungslenker mit guten Ideen: Der Erfahrene, der Fleißige der Stille und der Star.
Versicherungslenker mit guten Ideen: Der Erfahrene, der Fleißige der Stille und der Star.Quelle: Illustration Marcus Stark / www.pixelio.de / PIXELIO
Schlaglicht

HannRe, Nürnberger, W&W, Allianz: Diese vier Versicherungsbosse performen am besten

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Erfahrene, der Fleißige, der Stille und der Star. Wallin, Zitzmann, Junker, Bäte, vier Versicherungs-Manager, so unterschiedlich wie ihre Aufgaben sind sie als Leiter ihrer Unternehmen. Was sie trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere eint, ist ihr Erfolg, weswegen sie kürzlich von Obermatt im CEO-Ranking ausgezeichnet wurden.

Zugeben würden sie es wohl alle nicht oder die Auszeichnung wahrscheinlich herunterspielen, aber wie jeder Mensch wollen natürlich auch CEOs für ihr Tun Anerkennung, und getan haben sie in der jüngsten Vergangenheit einiges für ihre Unternehmen.

Ulrich Wallin, der im kommenden Jahr von Jean-Jacques Henchoz beerbt wird, ist ein ruhiger, erfahrener Manager, der sein Unternehmen auch in schwierigen Zeiten sicher führt. Während auf einem turbulenten Rückversicherungsmarkt die namhaften Konkurrenten Munich- und Swiss Re Schwächen zeigen, präsentieren sich die Hannoveraner solide bis ins Mark. Wallin liefert ohne Show Ergebnisse, was nicht zuletzt sein Obermatt-Ranking zeigt, das einem Medaillenschrank gleicht. Das Unprätentiöse Wallins ist eine Tugend, die in der Versicherungswirtschaft von einem Manager vielleicht nicht (mehr) zwingend verlangt, aber nach wie vor sehr geschätzt wird.

 

Die Nürnberger wächst, im LV- und BU-Markt erobert sich das Unternehmen konstant Marktanteile und ist eines der solventesten Unternehmen in wahrlich nicht einfachen Lebensversicherungszeiten. Doch der ausgezeichnete Zitzmann baut ständig am Unternehmen weiter, aktuell soll beispielsweise durch eine Zusammenarbeit mit den Krankenkassen die Gesundheitsprüfung bei einer BU-Anfrage erleichtert werden. Er sieht sein Unternehmen auf "einem guten Weg" und beweist eine weitere wichtige Tugend für einen Manager, ein Ziel vorgeben, an dem sich alle im Unternehmen orientieren und darauf hinarbeiten können –und natürlich, weiter fleißig arbeiten und nie aufzuhören, besser werden zu wollen.

 

Die Stille und der Star

 

Außerhalb der Versicherungsbranche kennen wohl nur wenige Menschen Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender W&W AG. Doch der nicht mehr so neue Mann am Ruder des Konzerns hat die Staffelübergabe des ehemaligen Leiters und GDV-Präsidenten Alexander Erdland im Jahr 2017 mühelos gemeistert. Auf seiner ersten Jahrespressekonferenz versuchten die Journalisten dem "Neuen" auf den Zahn zu fühlen, doch Junker blieb souverän, was dank einer soliden Zahlenbasis auch mühelos gelungen ist.

 

 Das Unternehmen richtet sich mit der neuen Digitalmarke Adam Riese auf die Zukunft aus und es entsteht in Ludwigsburg ein neuer Campus für die Mitarbeiter, der deutschlandweit keinen Vergleich scheuen muss. Das Unternehmen zeigt damit wie sein Chef ein stilles Selbstbewusstsein, das auf dem heutigen umkämpften Markt nötig ist. ""In den Neugeschäften unserer Segmente" möchte W&W über dem Marktdurchschnitt wachsen, in einigen Bereichen sogar "doppeltes Wachstum generieren", erklärte Junker auf der Bilanzpressekonferenz, das  ist nicht das Gerede eines Prahlers, sondern das Selbstbewusstsein eines stillen Machers, der mit seiner Art nicht nur Obermatt überzeugt hat.

 

Er ist der (Rock-) Star der Branche! Welcher Versicherungs-CEO sonst kann die Medienlandschaft in Wallung bringen, indem er lässiges Schuhwerk trägt? Wie ein Rockstar steht er ständig im Scheinwerferlicht, was nicht immer positiv sein muss.  Die Wirtschaftswoche geht mit ihm regelmäßig hart ins Gericht und auch VWheute kritisierte ihn zuletzt für den schleppenden Fortschritt bei der Digitalisierung sowie IT-Problemen und einem handfesten Streit mit der eigenen Vermittlerschaft. Doch Bäte liefert Milliardengewinne, der Umsatz und das operative Ergebnis steigen.

 

Denn das ist es, was ein Rockstar tut, er bekommt heftige Gegenwind für sein (vermeintlich) schlechtes Tun, liefert aber jedes Jahr ein grandioses Album (Ergebnis) und versammelt die Fans/Anleger hinter sich. Die manchmal schlechte Publicity gehört zum Geschäft eines Stars, wie Bäte weiß, er kann damit leben.

 

Vier deutsche Versicherungsmanager, vier Erfolgsgeschichten – bis hierhin, denn in der Wirtschaft gilt wie wohl sonst nirgends: "What have you done for me lately"? Erfolge der Vergangenheit bedeuten nichts und alle Manager, mit Ausnahme des scheidenden Wallin, müssen den Umbau zum digitalisierungsbereiten, KI-unterstützenden und selbstverständlich international und multimedialen Großunternehmen bewerkstelligen und gleichzeitig gute Zahlen liefern. Doch das dürfte für diese Herren ein leichtes sein – oder?

Ullrich Wallin · Baden-Baden · Armin Zitzmann · Jürgen Albert Junker · CEO · Obermatt
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