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Politik & Regulierung

Gericht entscheidet, welche Bereiche des Autos bei Tierbeißattacken versichert sind

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Über 200.000 Marderbisse wurden im Jahr 2016 gemeldet. Doch welcher Bereich des Fahrzeugs ist eigentlich gegen die spitzzahnigen Raubtiere und andere Nager versichert, jetzt gibt es eine richterliche Entscheidung.

Ein Richter des Oberlandesgerichts Frankfurt hat geurteilt, dass nur der Kofferraum und die Fahrgastzelle vom Schutz gegen Tierbissschäden ausgeschlossen werden können. Das bedeutet, dass der Bereich zwischen Karosserie und Innenraumverkleidung versichert ist, auch wenn die AGB das anders auslegen.

In vorliegendem Fall waren es nicht Marder, sondern Mäuse, die durch Beißarbeit Schäden am Kopfairbag, unterhalb des Bodenbelags, sowie hinter dem Armaturenbrett verursachten. Das Problem war, dass die AGB der Versicherung vorsahen, dass Tierbissschäden im Fahrzeuginnenraum vom Schutz ausgeschlossen sind. Doch was genau ist der Fahrzeuginnenraum?

 

Das Gesetz spricht

Das Oberlandesgericht urteilte, dass der Raum zwischen Außenblech und Innenraumverkleidung nicht Bestandteil des Fahrzeuginnenraum sei. Eine Definition müsse so ausgelegt werden, dass sie für den durchschnittlichen Versicherungsnehmers verständlich sei. Dieser dürfe davon ausgehen, dass nur die durch Menschen benutzbaren und zugänglichen Bereiche - Fahrgastzelle und Kofferraum - zum Innenraum zählen. Die oben genannten beschädigten Flächen wie hinter dem Armaturenbrett oder unter dem Bodenbelag fallen damit in den Schutz der Teilkasko.

Der durchschnittliche Versicherungsnehmer darf laut Gericht unter Innenraum den Bereich verstehen, in dem er Schäden feststellen kann, ohne Teile des Autos entfernen zu müssen.

 

Oberlandesgericht Frankfurt am Main in einem Urteil festgestellt (Az. 8 L 700/18).

Teilkasko · Kfz-Schadenregulierung · Kfz-Versicherung
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