v.l.n.r. Kai Whittaker, Hubertus Pellengahr, Prof. Raffelhüschen
v.l.n.r. Kai Whittaker, Hubertus Pellengahr, Prof. RaffelhüschenQuelle:  M. Brüss
Politik & Regulierung

INSM und Raffelhüschen: Lebenserwartung soll Rentenbeginn bestimmen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
  Die wirtschaftsliberale Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bekämpft schon seit einiger Zeit das geplante Rentenpaket der Koalitionsregierung von CDU/CSU und SPD als klaren Verstoß gegen die Generationengerechtigkeit. INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr plädiert dafür, den Renteneintritt mit der Lebenserwartung zu koppeln. Diese Notwendigkeit sieht auch Professor Bernd Raffelhüschen. Auch für den CDU-Abgeordneten Kai Whittaker (33) muss über die Länge der Arbeitszeit nachgedacht werden.

Pellengahr sagte beim INSM-Frühstücksdialog "Wege und Irrwege in der Rentenpolitik“ in Berlin, durch das neue Rentenpaket mit der nochmaligen Aufstockung der Mütterrente und den Haltelinien beim Rentenniveau und Beitrag bis zum Jahr 2025 werde die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission vor vollendeten Tatsachen gestellt. Das Rentenpaket gehe voll zu Lasten der jüngeren Generation.

 

Arbeiten bis 70?

 

Für Professor Raffelhüschen, Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, könne man zwar die Generationengerechtigkeit nicht messen, sehr wohl aber die Gleichbehandlung der Generationen. Auf Dauer könne es keine zwei Haltelinien geben. "Wir brauchen eine Haltelinie, bei der die Kinder soviel bezahlen wie wir." Es gebe nur den Weg, die Lebenserwartung mit dem Renteneintrittsalter zu koppeln.

Für Raffelhüschen sind die Rentenabschläge von 0,3 Prozent je Monat vorgezogener Rente viel zu gering angelegt. Whittaker sagte, mit dem neuen Rentenpaket erkaufe sich die Koalition Zeit. Die Union habe eine eigene Rentenkommission eingesetzt, bei der auch über längere Arbeitszeiten diskutiert werde.  Allerdings zeige sich bereits heute, dass sich viele Menschen gar nicht vorstellen können, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.

 

Diskussionen über eine weitere Verlängerung der Regelrenteneintrittsgrenze sei politisch brisant. Würde man den Renteneintritt auf das Erreichen einer Anzahl bestimmter Beitragsjahre abstellen, wären Diskussionen über ein Renteneintrittsalter überflüssig, sagte Whittaker unter Hinweis darauf, dass es bei Berufsbeginn große Altersunterschiede gebe.

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