Jubel bei den Vermittlern
Jubel bei den VermittlernQuelle: brs
Märkte & Vertrieb

Vermittlerverband BVK sieht gute Chancen für Provisionsdeckel-Verzicht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) Michael H. Heinz und seine Vorstandskollegen sehen nach intensiven Gesprächen mit der Politik gute Chancen, dass der von Bundesfinanzministerium angedrohte Provisionsdeckel beim Vertrieb von Lebensversicherungen nicht kommt. "Es zeichnet sich noch in diesem Jahr eine Lösung im Sinn der Vermittlerschaft ab“, sagte Heinz zu Journalisten in Berlin.

Zugleich hat der BVK eine Stellungnahme zur Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) erarbeitet, die gestern an die Mitglieder des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages übermittelt werden sollte. Der Finanzausschuss hatte sich allerdings auf seiner gestrigen Sitzung nicht mit dem Thema LVRG-Evaluierung befasst. Der BVK sieht zwar in einem möglichen Provisionsdeckel einen Verstoß gegen die grundgesetzlich geschützte Gewerbefreiheit. Allerdings mache es in der jetzigen Situation keinen Sinn mit Klage zu drohen, sagte Heinz. "Das Provisionssystem hat sich bewährt", versicherte Heinz. Und Provisionen sagten auch nichts über die Gesamtkosten aus.

 

Offenbarungseid der Politik

 

Dass Makler eine höhere Courtage benötigten, sei den höheren betriebswirtschaftlichen Kosten für ihr Unternehmen geschuldet. Für Heinz ist klar, dass ein gesetzlicher Provisionsdeckel bei Lebensversicherungen für den BVK ein "weiterer Offenbarungseid der Politik" wäre. Dies wäre zugleich ein Eingriff in die Vergütungsgestaltung der Versicherungskaufleute. Auch hätten die Vermittler bei der Lebensversicherung in Zeiten der Niedrigzinsen bereits durch Provisionseinbußen aus dem LVRG zur Stabilisierung der Lage beigetragen.

 

"Eine angemessene Vergütung für die Vermittler muss in Zukunft sichergestellt sein, um die hohe Beratungsqualität für die Kunden zu gewährleisten", forderte Heinz. Denn Beratung müsse auf hohem fachlichem Niveau erfolgen und diese habe auch ihren Preis. Es seien die ehrbaren Versicherungskaufleute, die mit hoher Fachkompetenz die Bürger von der Notwendigkeit des Konsumverzichts für eine privatfinanzierte Altersvorsorge überzeugten, so Heinz weiter. Den Mitgliedern im Finanzausschuss sollte gestern eine Stellungnahme des BVK zur Evaluierung der LVRG übermittelt werden. In dem 16 Seiten umfassenden Papier listet der BVK noch einmal seine Argumente auf. Dabei wird laut BVK auch nachgewiesen, dass die Provisionen der Vermittler deutlich unter den Abschlusskoten der Versicherer lägen, die im Mittel 5,23 Prozent betragen würden.

 

BVK wartet gespannt auf die neue IDD-Verordnung

 

Mit Spannung wartet der BVK auf die endgültige Fassung der Verordnung zu den Weiterbildungspflichten im Rahmen der Umsetzung der europäischen Versicherungsvertriebslinie (IDD – Insurance Distribution Directive), wie BVK-Vizepräsident Gerald Archangeli auf dem Berliner Presseabend ausführte. Der federführende Wirtschaftsausschuss sowie der Finanzausschuss und der Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz hatten gestern abschließend über die Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb (Bundestagsdrucksache 19/3109) beraten.

 

In den Gesprächen mit dem Wirtschaftsministerium sei es dem BVK gelungen, dass auf Lernerfolgskontrollen fast gänzlich verzichtet werden solle, sagte Archangeli. Wichtig sei auch, dass Vermittler nur anlassbezogen kontrolliert werden sollten, ob und wie sie die 15 Weiterbildungsstunden im Jahr abgeleistet haben. Diese Regelungen werden für alle Beteiligten viel Bürokratie und unnötige zusätzliche Arbeit sparen.

BVK · Michael H. Heinz · Provisionsdeckel
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