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Andreas KelbQuelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

Kraftfahrt steuert wieder ins Minus

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Weiter steigende Durchschnittsschadenkosten, aber keine entsprechenden Prämienerhöhungen belasten die Kraftfahrtversicherung. "Nur wenn weitere Unwetterereignisse ausbleiben, schafft es die Kraftfahrtversicherung 2018 noch zur schwarzen Null", sagte Andreas Kelb, Vorstand der E+S Rückversicherung AG, auf einer MCC-Konferenz.

Während das gesamte SHUK-Geschäft 2018 voraussichtlich um 3 Prozent auf 70,4 Mrd. Euro zulegen dürfte, könnte die Autoversicherung mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 27,8 Mrd. Euro etwas stärker wachsen. Der Zuwachs sei aber eher kein Ergebnis einer Qualitätsverbesserung, da die Zahl der Risiken auf voraussichtlich 66,3 (65,3) Millionen zunehme, so Kelb. Der Anteil der PKW sank dabei bereits 2017 auf 70,9 (74,9) Prozent – vor allem zu Gunsten der Lieferwagen.

 

In Kraftfahrt-Haftpflicht nahm der Durchschnittsbeitrag per Ende Juli 2018 nur noch um 0,7 Prozent zu; im Vorjahr waren es noch 1,9 Prozent, so die MSI Monatliche Statistische Information des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. In Vollkasko betrug der Wert noch 1,9 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr; in der Teilkasko war er mit minus 0,6 Prozent erneut rückläufig.

 

Anders als in früheren Jahren vermindert sich die Schadenfrequenz kaum noch; auch 2018 und 2019 dürfte sie bei voraussichtlich 57 Unfällen je 1.000 Fahrzeugen stagnieren. Höhere Preise für Ersatzteile, aber auch höhere Reparaturkosten und mehr Aufwand für sehr schwere Personenschäden dürften die durchschnittlichen Schadenkosten in KH auf 4.115 (4.005) Euro treiben. Dafür müsse auf der Beitragsseite mehr gegengesteuert werden, so Kelb.

 

Für 2019 rechnet er mit einer weiteren Ergebniseintrübung. "Die Branche hat keinen Spielraum, um auftretende größere Kat.-Ereignisse auffangen zu können", so Kelb. Von den rund 90 Kraftfahrtversicherern geben 61 Anbieter ihr Geschäft bei der E+S in Rückdeckung.

Kfz-Versicherung · Naturgefahren · E+S Rückversicherung AG · Andreas Kelb
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