Internet der Dinge
Internet der DingeQuelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Köpfe & Positionen

Versicherer brauchen "mutige IoT Strategie"

Von Olaf SchindlerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Internet der Dinge (IoT) ist eines der Top-Zukunftsthemen, die nahezu alle Lebensbereiche massiv beeinflussen wird. Dabei werden Gegenstände mit dem Internet verknüpft, die selbständig miteinander kommunizieren und verschiedene Aufgaben automatisiert und diese lernend  erledigen können. Der Mähroboter, der in Abhängigkeit der Wetterprognose seine Runden dreht, gehört ebenso dazu wie die Ampel, die auf die Verkehrsdichte reagiert.

Aber auch ganz praxisnahe Dinge, die jeden Haushalt betreffen, sind Teil der Entwicklung. Intelligente Systeme im Rahmen einer SmartHome-Haussteuerung warnen die Hausbewohner nicht nur, dass beim Verlassen des Hauses noch Fenster geöffnet sind. Sogar drohender Schimmelbefall in einzelnen Räumen kann - noch bevor dieser großen Schaden anrichten kann – identifiziert und so präventiv vermieden werden. Auf diese Weise könnten bei flächendeckendem Ausbau eines solchen Systems Schäden in Milliardenhöhe vermieden werden.

Für Versicherungen ist die Technik aber auch anderweitig sehr interessant: Sensoren in Häusern sowie Körpertracker liefern spannende Daten, die Versicherer als neue Quelle zur Ermittlung individueller Risikoprämien oder zur aktiven Einflussnahme auf ebensolche in neuen Geschäftsmodellen implementieren können. Geraten diese Daten in den Zugriff Branchenfremder, so werden diese vermutlich die Versicherer von morgen. Bedenkt man, dass die Erwartungen dahin gehen, dass der Markt bis 2022 um durchschnittlich 19 Prozent im Jahr wachsen wird, werden einem die Dimensionen erst richtig klar.

Nur mit Technik allein ist es aber nicht getan. Das industrielle IoT erfordert ein Neudenken des gesamten Geschäftsmodells. Zunehmend machen sich branchenfremde Datenkraken im IoT-Umfeld breit, die nicht davor zurückschrecken, mittels des Zugangs zu neuen Datenquellen und Kunden ganze Sektoren zu disruptieren. Es ist an der Zeit, sektorenübergreifende Kooperationen zu bilden. Denn diese sind eine Grundvoraussetzung, um in diesem Umfeld überleben zu können.

innogy SmartHome baut ein Ökosystem für das IoT auf und bietet Partnerunternehmen innovative Kooperationsmodelle. Diese können die gesamte SmartHome-Infrastruktur und die Plattform von innogy für ihre eigenen Angebote nutzen. Je nach Interesse und Kernkompetenz integrieren die Partner ihre Geräte oder entwickeln innovative individuelle Services für ihre Kunden. Die Plattformpartner von innogy haben verschiedene Optionen: Sie können eingebundene Geräte und Services als vollständiges SmartHome-System vermarkten.

Für welche Variante die Plattformpartner sich auch entscheiden: In jedem Fall beteiligen sie sich an einem starken Netzwerk von Unternehmen, die jeweils führende Experten in ihrer Branche sind. Sie profitieren dabei sowohl vom Know-how als auch von den Endkundenlösungen, die der gesamten Plattform zur Verfügung gestellt werden.

Interessanter ist es, lediglich auf die Infrastruktur und das Ökosystem zuzugreifen und individuelle branchenrelevante IoT-Angebote zu entwickeln. Das Ökosystem wird so genutzt, dass sektorenübergreifende Use Cases mit Partnern gemeinsam erarbeitet und anschließend vermarktet werden. So kann etwa ein smartes Thermostat zur Heizenergiereduktion, aber eben auch als Schimmelpilzprävention eingesetzt werden.

Dieser Gastbeitrag basiert auf einem Vortrag, den Olaf Schindler (head of data driven business models, innogy SE) auf der vierten InnoVario am 19./20. November 2018 in Bonn halten wird. Die InnoVario wurde von der V.E.R.S. Leipzig GmbH als interaktive Plattform für die Förderung des Dialogs über innovative Geschäftsmodelle, neue Produktkonzepte, Prozessoptimierungen und zukünftige Entwicklungen in der Assekuranz ins Leben gerufen.

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