Michael Daum auf der MCC-Konferenz "CyberRisks"
Michael Daum auf der MCC-Konferenz "CyberRisks"Quelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

Allianz: Mehr als jede zehnte Cyber-Police mit Schaden

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Cyber-Schäden finden offensichtlich nicht nur zunehmend in der Öffentlichkeit Beachtung, sondern wachsen auch tatsächlich. "Etwas mehr als jede zehnte Police ist bei uns von einem Schaden betroffen", sagte Michael Daum, der bei der Allianz Global Corporate & Specialities SE Cyber Underwriter ist, auf der MCC-Konferenz "CyberRisks".
Die Forensiker seien "oft im Einsatz. Wir zahlen viel Geld dafür, dass die Versicherungsnehmer oft nicht wissen, ob und was passiert ist." Nach Beobachtung der AGCS nimmt der Cyber-Diebstahl zu. Auch die Zahl der Datenschutzfälle sei hoch, allerdings sei der durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung zu erwartende Pike zumindest bisher ausgeblieben. Betriebsunterbrechung seien selten durch zielgerichtete Angriffe auf Unternehmen. Sie träten eher als Kollateralschaden einer Zufallsattacke ein, berichtete er.

Das Bewußtsein für die potenziellen Gefahren aus der IT und dem Internet wüchsen. "Wir beobachten ein stärkeres Engagement des Top-Managements und der Aufsichtsräte, und es gibt auch eine deutliche Tendenz zu mehr Mitteln." Die Kunden wüssten die AGCS-Deckung inzwischen auch deutlich besser zu nutzen. Auf rund 40 Seiten beschreibt die Allianz-Tochter den Deckungsumfang und die Vorgehensweise im Schadenfall. Für die Mitarbeiter der Kunden sei die interne Kommunikation wichtig, damit sie im Schadenfall entsprechend handelten.

Renate Kerpen, Spezialistin Cyber bei der DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG, berichtete vom wachsenden Problem des "Silent Cyber"; also den "unsichtbaren" Einschlüssen dieser Risiken in traditionellen Sparten. "Das ist für Erst- und Rückversicherer oft überraschend – und in den Deckungen nicht eingepreist", so Kerpen. Sie rät Erstversicherern, ihre Produkte in den klassischen SHUK-Sparten auf potenzielle Risiken aus Silent Cyber zu untersuchen und mit Ausschlüssen oder Limits zu reagieren. Das Industriegeschäft sei tendenziell stärker betroffen als das Privatkundengeschäft. "Aber wenn Alexa durch einen Angriff in Brand gerate, brennt es unter Umständen gleich in vielen Haushalten. Und egal, wie Feuer entstanden ist, es ist in der Sachversicherung gedeckt." Wo Ausschlüsse nicht möglich seien, empfiehlt sie Rückversicherungslösungen.

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