Im ersten Halbjahr 2018 gab es weniger tödliche Arbeitsunfälle.
Im ersten Halbjahr 2018 gab es weniger tödliche Arbeitsunfälle.Quelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

DGUV: Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist rückläufig

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2018 gesunken. So kamen in den ersten sechs Monaten des Jahre 206 Beschäftigte durch einen Arbeitsunfall um Leben. Das sind 17 weniger als im ersten Halbjahr 2017. Dies geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die nun von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) veröffentlicht wurden.
Allerdings stieg jedoch die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um rund zwei Prozent auf 441.295. Wenig Veränderung gab es nach Angaben der DGUV hingegen bei den Wegeunfällen: 96.603 Versicherte hatten einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause zurück. Dies sind 312 weniger als in den ersten sechs Monaten 2017. 8.735 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls (Vorjahr: 8.892).
Einen deutlichen Rückgang von sieben Prozent verzeichneten die Unfallkassen auch Schulunfällen. In den ersten sechs Monaten des Jahres hatten 585.607 Versicherte einen Unfall beim Besuch einer Kita, Schule oder Hochschule. Die Zahl der Schulwegunfälle sank um 794 auf 52.695. Fünf Schulunfälle und 16 Schulwegunfälle endeten tödlich (2017: zwölf bzw. 13). 378 Versicherten erhielten erstmals eine Unfallrente, 57 mehr als im ersten Halbjahr 2017.
Zudem verzeichneten die Unfallkassen im ersten Halbjahr 2018 einen spürbaren Anstieg der gemeldeten Berufskrankheiten. Laut DGUV gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres 40.024 Verdachtsanzeigen, was einem Plus von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Ein großer Teil des Anstiegs entfiel dabei auf Fälle von hellem Hautkrebs und Lärmschwerhörigkeit.

Trend von 2017 setzt sich fort

Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr auch in den ersten Monaten dieses Jahres entsprechend fort. Demnach ging die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Jahr 2017 um 0,4 Prozent auf 873.562 zurück. Einen Anstieg gab es nach Angaben der DGUV hingegen bei den meldepflichtigen Wegeunfällen. Im vergangenen Jahr ereigneten sich 190.095 Unfälle auf dem Weg zur Arbeit und wieder nach Hause. Das sind 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Einen neuen Tiefstand gab es bei den neuen Unfallrenten insgesamt: Sie gingen um 604 Fälle auf 18.244 neue Unfallrenten zurück. 454 Arbeitsunfälle hatten einen tödlichen Ausgang. Dies waren 30 mehr als im Jahr zuvor. 282 Beschäftigte wurden Opfer eines tödlichen Wegeunfalls, das waren 29 weniger als 2016. Einen neuen Tiefstand gab es bei den neuen Unfallrenten insgesamt: Diese gingen um 604 Fälle auf 18.244 neue Unfallrenten zurück.
Häufigste Berufskrankheiten im Jahr 2017.
Häufigste Berufskrankheiten im Jahr 2017.Quelle: DGUV
Gleichzeitig hat die Zahl der Berufskrankheiten mit hellem Hautkrebs zugenommen. Insgesamt verzeichneten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im vergangenen Jahr bei 3.887 Versicherten arbeitsbedingten hellen Hautkrebs (2016: 3.723). Dennoch ist die Gesamtzahl der Fälle, in denen sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigte, , laut DGUV um 4,9 Prozent auf 38.080 gesunken. Davon betrafen rund 18.400 Fälle arbeitsbedingte Hautekzeme, zum Beispiel durch Feuchtarbeit (2016: 19.641). Bei 6.649 Versicherten stellten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit fest (2016: 6.850).

Rückläufig war 2017 auch die Zahl der Arbeitsunfälle in der Baubranche. Insgesamt 103.755 Beschäftigte verunglückten nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) auf Deutschlands Baustellen. Allerdings endeten 88 davon tödlich, 15 mehr als noch 2016. Ein Schwerpunkt im Unfallgeschehen waren 2017 die über 21.000 Sturz- und Absturzunfälle - auch schon aus geringen Höhen. Insgesamt machte das 20,5 Prozent der Arbeitsunfälle aus. 37,5 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle hatten Abstürze als Ursache.

Gleichzeitig lagen die Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung im Jahr bei rund 13,2 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 287 Mio. Euro oder rund 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch sank der durchschnittliche Beitrag zu den Berufsgenossenschaften von 1,18 auf 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme auf ein neues Rekordtief.
Arbeitsunfälle · DGUV
Auch interessant
Zurück
04.06.2019VWheute
Willis Towers Watson: Verfüg­bares Rück­ver­si­che­rungs­ka­pital war 2018 leicht rück­läufig Die weltweiten Rückversicherer konnten im Jahr 2018 auf …
Willis Towers Watson: Verfüg­bares Rück­ver­si­che­rungs­ka­pital war 2018 leicht rück­läufig
Die weltweiten Rückversicherer konnten im Jahr 2018 auf ein verfügbares Kapital von insgesamt 462 Mrd. US-Dollar zurückgreifen. Dies entspricht einem Rückgang von fünf Prozent …
23.05.2019VWheute
Provi­si­ons­de­ckel in Leben? Kaum Vermitt­ler­be­schwerden beim Ombuds­mann Der inzwischen durch Wilhelm Schluckebier abgelöste langjährige …
Provi­si­ons­de­ckel in Leben? Kaum Vermitt­ler­be­schwerden beim Ombuds­mann
Der inzwischen durch Wilhelm Schluckebier abgelöste langjährige Versicherungsombudsmann Professor Günter Hirsch hat gestern vor der Presse in Berlin den noch von ihm zu verantwortenden Jahresbericht …
09.04.2019VWheute
Auch weitere Vermitt­ler­zahlen leicht rück­läufig Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat jetzt die restlichen …
Auch weitere Vermitt­ler­zahlen leicht rück­läufig
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat jetzt die restlichen Vermittlerverzeichnisse für das erste Quartal 2019 veröffentlicht. Wie schon bei den Versicherungsvermittlern ist auch der Trend bei den …
29.03.2019VWheute
DGUV verzeichnet leichten Anstieg der Arbeits­un­fälle Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist in Deutschland im vergangenen Jahr leicht 0,4 …
DGUV verzeichnet leichten Anstieg der Arbeits­un­fälle
Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist in Deutschland im vergangenen Jahr leicht 0,4 Prozent auf 876.952 gestiegen. Einen Rückgang verzeichneten die Unfallversicherer hingegen bei den meldepflichtigen …
Weiter