Vermittler sprechen sich gegen Provisiondeckel aus
Vermittler sprechen sich gegen Provisiondeckel ausQuelle: Timo Klostermeier / PIXELIO (www.pixelio.de)
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"Bonner Erklärung": Vermittler lehnen Provisiondeckel einstimmig ab

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Beschluss kommt wenig überraschend: Auf dem 14. "Bonner Spitzentreffen" haben sich die rund 40.000 versammelten Versicherungsvertreter klar gegen einen Provisiondeckel in der Lebensversicherung ausgesprochen. Zudem wurde eine Auszeit bei der Regulierung gefordert, "da die Belastungsgrenze vieler kleiner und mittelständischer Vermittlerbetriebe bereits überschritten" sei, heißt es beim Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).
"Ein Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wäre eindeutig verfassungswidrig. Eine gesetzliche Provisionsbegrenzung wäre weder geeignet, noch erforderlich und angemessen, weil das ursprüngliche LVRG bereits Wirkung entfaltet, wie der Evaluierungsbericht des Bundesfinanzministeriums selbst feststellt. Der BVK würde auch anhand eines Musterfalles gegen den gesetzlichen Provisionsdeckel klagen!", kommentiert BVK-Präsident Michael H. Heinz. Zufrieden hätten sich die Vertreter hingegen mit der IDD-Umsetzung gezeigt. Diese garantiere den Erhalt des Provisions- und Courtagesystems als Leitvergütung und begrenzt nicht die Vergütung von Vermittlern, entgegen der aktuellen Pläne im Zuge der LVRG-Evaluierung. Zudem seien die bestehenden Transparenzvorschriften festgeschrieben worden, womit eine irreführende Provisionsoffenlegung verhindert worden sei.
Mit ähnlichen Argumenten hatte jüngst erst der Vermittlerverband AfW offen Stellung gegen einen Provisiondeckel bezogen. "Es würde sich um einen nicht gerechtfertigten Eingriff in die nach Artikel 12 unseres Grundgesetzes geschützte Gewerbefreiheit handeln. Es gibt bisher keine erkennbaren, sachgerechten Erwägungen, die den Gesetzgeber legitimieren könnten, eine Provisionsgrenze einzuführen", heißt es in einem Statement. Z udem würde durch einen Provisionsdeckel "den freien Wettbewerb zum Erliegen" bringen, warnt der Verband weiter. "Auch insofern ist ein Sachgrund für eine derart massive Preisregulierung nicht ersichtlich.  Zudem würde sich der Provisionsdeckel "wie ein Rasenmäher' auf alle Vermittlergruppen gleichermaßen auswirken, ohne zu berücksichtigen, dass es unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen für die verschiedenen Vermittlergruppen (Versicherungsvertreter, Versicherungsmakler, Versicherungsberater) gibt", lautet die scharfe Kritik.
Auch Hermann Hübner, Vorstandsvorsitzender der VEMA Versicherungs-Makler-Genossenschaft, machte aus seiner Ablehnung gegen die Bafin-Pläne jüngst keinen Hehl. Vielmehr würden diese "lediglich dazu beitragen, dass der Berufsstand der Versicherungsvermittler (indirekt) als Ursache des Zinsdilemmas angeprangert wird. Ertrag und Stornohaftungszeit passen schon heute für viele Kollegen nicht mehr zum Aufwand, der für eine fundierte Beratung betrieben werden muss". Zudem habe der geplante Provisiondeckel " etwas Verzweifeltes, da er versucht, ein Problem an einer Stelle zu lösen, an der der wenigste Widerstand zu erwarten ist – oder etwas populistischer, weil er das Bild vom 'bösen Vermittler' stärkt, gegen den man ins Feld zieht. Das lässt sich leider immer noch gut in den Medien verkaufen als ein Zeichen, dass man etwas für die Bürger täte. Nach dem Motto 'Reicht man einem Verdurstenden Steine, tut man auch etwas ...'"
BVK · Michael H. Heinz · Provisionsdeckel
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