Weniger Geld in die Zinszusatzreserve?
Weniger Geld in die Zinszusatzreserve?Quelle: Andreas Hermsdorf / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Assekurata rechnet mit Entlastung bei ZZR

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Den deutschen Lebensversicherern könnte noch in diesem Jahr eine milliardenschwere Entlastung ins Haus stehen. Würde ein neuer Referentenentwurf in Bundesfinanzministerium zur Zinszusatzreserve (ZZR) in geltendes Recht umgesetzt, würde dies die Unternehmen noch in diesem Jahr um rund 14 Mrd. Euro entlasten. Grundlage wäre die sogenannte Korridormethode, welche von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) in Abstimmung mit der Bafin entwickelt wurde, teilt die Ratingagentur Assekurata mit.
Konkret würde dies bedeuten, dass der Referenzzins für dieses Jahr ausgehend vom Vorjahreswert (2,21 Prozent) bei der Untergrenze des Korridors (2,10 Prozent) abgefedert würde. Nach Berechnungen der Ratingagentur müssten die Lebensversicherer auf dieser Basis in diesem Jahr branchenweit rund sieben bis acht Mrd. Euro der ZZR zuführen. "Unter der bisherigen Brechnungsmethodik hätten die Unternehmen aber bis zu 22 Mrd. Euro reservieren müssen. Somit würde die Einführung der Korridormethode nach den jetzt vorgelegten Plänen branchenweit allein für das aktuelle Geschäftsjahr eine Entlastung von ungefähr 14 Mrd. Euro nach sich ziehen", erläutert Thomas Kießling, Analyst und Fachkoordinator Lebensversicherung bei Assekurata. Damit würde sich zudem "der bisher angenommene Höchststand an ZZR von rund 150 Mrd. Euro im Jahr 2023 zeitlich um mehrere Jahre nach hinten verschieben", ergänzt der Experte.
Die neue Korridormethode der ZZR
Die neue Korridormethode der ZZRQuelle: Assekurata
"Die vorliegende Korridormethode entfaltet die gewünschte Glättungswirkung, indem Belastungsspitzen reduziert und gleichförmiger auf einen längeren Zeitraum verteilt werden. Sie nimmt die Versicherer aber nicht aus der Verantwortung, langfristige Zinsvorsorge zu betreiben", betont Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung der Ratingagentur. Dennoch sei die Methodenänderung "aus unserer Sicht zweckmäßig und überfällig", ergänzt er. Mehrere Verbände haben noch zum 28. September die Gelegenheit, zum Referententwurf Stellung zu beziehen.
Assekurata · Zinszusatzreserve
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