Was kosten "Florence" und "Mangkhut"?
Was kosten "Florence" und "Mangkhut"?Quelle: Quelle: Fotolia: Sabphoto
Politik & Regulierung

Wie hart trifft Florence die Rückversicherer?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zwei schwere Tropenstürme toben zur Zeit auf der Welt. Super-Taifun "Mangkhut" in Asien und Ex-Hurrikan "Florence" an der US-Ostküste.  "Humanitär ist 'Mangkhut' das ernstere Ereignis“, sagt Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung der Munich Re. Die Schäden bei den Versicherern dürften sich in Grenzen halten, schätzen Aktienanalysten.

Der Sturm Florence könnte 20 Mrd. Dollar an Versicherungsschäden kosten, schätzte UBS vergangene Woche. Nun hat Florence die Küste von North Carolina erreicht und erste Schäden angerichtet. Die Bank präzisiert nun ihre Analyse: Durch die Zusammenrechnung von Verlusten im Verlauf des dritten Quartals dürften bereits etwa 50 Prozent der Budgets für Naturkatastrophen für dieses Jahresviertel aufgebraucht sein, schrieb Analyst Jonny Urwin von UBS. Mit Blick auf die vier größten europäischen Versicherer dürften wegen Florence vor allem die verbliebenen Budgets der Swiss Re und der Münchener Rück aufgebraucht werden und dazu führen, dass der Gewinn je Aktie dieser Unternehmen nach unten hin angepasst werden müsse. Diese beiden seien mit am stärksten betroffen.

Stefan Schürmann, Aktienanalyst von Vontobel Research, schätzt die Lage bei der Swiss Re anders ein. Erste seriöse Schätzungen würden bezüglich Florence auf Versicherungsschäden in der Höhe von drei bis fünf Mrd.  Dollar hindeuten, ausgenommen seien Hochwasserschäden, die schlecht versichert seien. Die Versicherungsschäden bezüglich Mangkhut würden weiter unsicher bleiben. Swiss Re verfüge für Geschäftsjahr 2018 über ein Naturkatastrophenbudget von 1,1 Mrd. Dollar, wovon 550 Mio. Dollar auf Q3/2018 fallen dürften. Nach Meinung des Analysten müssten die versicherten Forderungen eine Höhe von 15 Mrd.  Dollar erreichen, bis das Budget für das 3Q18 überschritten wäre, was unwahrscheinlich erscheine. Insofern sei Q3/2018 in Bezug auf große Schadenereignisse bisher eher harmlos. Während die beiden Ereignisse die Preislandschaft im Rückversicherungssektor nicht verändern würden, erwarte er leicht positive psychologischen Auswirkungen auf die Vertragserneuerungen 2019.