Quelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmen & Management

Bitkom: Cyberattacken kosten deutsche Firmen mehr als 43 Mrd. Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Cyberattacken kommen die deutsche Industrie teuer zu stehen. Laut einer neuen Studie des Digitalverbandes Bitkom unter 503 Geschäftsführern und Sicherheitsverantwortlichen entstand den Firmen allein in den Jahren 2016 und 2017 ein Schaden von rund 43,4 Mrd. Euro durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage. Besonders im Fadenkreuz stehen dabei wohl die deutschen Industrieunternehmen: Sieben von zehn Befragten (68 Prozent) gaben an, in diesem Zeitraum Opfer von Hackerangriffen geworden zu sein.
Darüber berichtet jedes fünfte Industrieunternehmen (15 Prozent) von digitaler Sabotage von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen. Weitere 28 Prozent vermuten, dass es solch einen Vorfall bei ihnen gab. Bei 11 Prozent wurde die digitale Kommunikation ausgespäht, beispielweise E-Mails oder Messenger-Dienste. Insgesamt haben digitale IT-Angriffe bei fast der Hälfte der Befragten (47 Prozent) einen Schaden verursacht. Dabei haben die Angreifer vor allem die sensiblen Daten der Industrieunternehmen im Blick: Bei fast der Hälfte (48 Prozent) der betroffenen Industrieunternehmen wurden Kommunikationsdaten wie Emails gestohlen. Bei jedem fünften Unternehmen sind durch digitale Angriffe jeweils Kundendaten (21 Prozent) und Finanzdaten (20 Prozent) abgeflossen. Bei rund zehn Prozent der betroffenen Unternehmen seien laut Umfrage Patente und Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung in kriminelle Hände gefallen.
Mittelständler werden die häufigsten Opfer von Angriffen.
Mittelständler werden die häufigsten Opfer von Angriffen.Quelle: Bitkom
Analoge Attacken fallen indes kaum ins Gewicht: 21 Prozent der Befragten haben demnach einen Diebstahl von sensiblen physischen Dokumenten, Unterlagen, Mustern oder Maschinen festgestellt. Bei zehn Prozent kam es in den vergangenen zwei Jahren zur analogen Sabotage von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen, z.B. durch die Manipulation von Geräten vor Ort in Unternehmen. " Mit ihren Weltmarktführern ist die deutsche Industrie besonders interessant für Kriminelle", kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Studienergebnisse. "Illegaler Wissens- und Technologietransfer, Social Engineering und auch Wirtschaftssabotage sind keine seltenen Einzelfälle, sondern ein Massenphänomen. Neben der klassischen Wirtschaftsspionage beschäftigen uns vermehrt Attacken, bei denen davon ausgegangen werden muss, dass Schadsoftware mit dem Ziel in IT-Systeme eingebracht wird, Sabotage-Akte vorzubereiten", ergänzt Thomas Haldenwang, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).

Cybersicherheit steht auf der Tagesordnung on top

Wenig verwunderlich, dass Cyber-Security momentan die größte Herausforderung für Unternehmenslenker darstellt. Laut einer Umfrage der Corporate Learning Alliance von Financial Times, London, und IE Business School, Madrid, in 13 Ländern Europas, den Golfstaaten und Asien hat derzeit für 45 Prozent aller befragten die Sicherheit von Daten im Netz von höchster Priorität. Den Spitzenwert unter allen 13 Ländern erreicht Deutschland: für 49 Prozent der deutschen Führungskräfte ist 2018 innerhalb der 16 wichtigsten Management-Aufgaben die IT-Sicherheit von oberster Priorität (gegenüber 24 Prozent im Vorjahr). Im Vorjahr belegte noch die Digitalisierung mit weitem Abstand den ersten Platz unter den Top-Prioritäten von Führungskräften. Zudem waren 61 Prozent der deutschen Führungskräfte waren 2018 der Meinung, dass die Weiterbildung auf dem Gebiet Risiko- und Reputationsmanagement von höchster Dringlichkeit sei. Im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 50 Prozent.
"Wir sehen in den Ergebnissen der Befragung dieses Jahres eine fundamentale Veränderung. Ging es in der Vergangenheit bei der Fortbildung von Führungskräften vorwiegend darum, feststehende, definierte Fähigkeiten weiter zu entwickeln, müssen jetzt komplett neue unternehmerische Denk- und Herangehensweisen erlernt und trainiert werden, um mit dem Innovationstempo mithalten zu können", kommentiert Gustaf Nordbäck, CEO der Financial Times/IE Business School Corporate Learning Alliance, die Umfrageergebnisse.
Bitkom · Cyberattacken
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