Zahnarztbesteck
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Politik & Regulierung

BGH: Kein Honorar für verpfuschte Zahnarztbehandlung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem aktuellen Urteil die Rechte von Zahnarzt-Patienten gestärkt. Im konkreten Fall ging die Behandlung eines Dentisten derart schief, dass selbst eine Nachbehandlung nur noch zu einer "Notlösung" geführt hätte. Die betroffene Frau muss demnach kein Honorar zahlen (Az.: III ZR 293/16).
Im vorliegenden Fall hatte ein Zahnarzt einer Frau aus Bremen insgesamt acht Zahnimplantate gesetzt, bevor diese die Behandlung wegen Komplikationen abbrach. Eine vorgesehene prothetische Versorgung wurde dadurch nicht mehr vorgenommen. Daraufhin verlangte der Dentist ein Honorar von mehr als 34.200 Euro, welches die Patientin hingegen nicht zahlen wollte. Ein Sachverständiger kam dabei zu dem Ergebnis, dass sämtliche Implantate unbrauchbar seien, weil sie nicht tief genug im Zahnknochen sitzen würden und zudem noch falsch positioniert seien. Für eine Weiterbehandlung für die Dame habe es daher nur noch die Wahl zwischen "Pest und Cholera" gegeben. Das heißt: Bleiben die Implantate im Kiefer, muss die Frau in den kommenden Jahren mit eihnem erhöhten Entzündungsrisiko rechnet. Würden die Implantate entfernt, könne der Knochen derart geschädigt werden, dass neue Implantate nicht mehr halten würden.
Die Richter des III. Zivilsenats entschieden nun im Sinne der betroffenen Dame und wiesen die Klage des Zahnarztes auf Zahlung des geforderten Betrages ab, da dessen Leistungen "objektiv und subjektiv völlig wertlos" seien. Da der Klägerin daher keine zumutbare Behandlungsvariante mehr bleibe, müsse sie auch kein Honorar mehr zahlen. Mit der Entscheidung kippten die Richter gleichzeitig auch eine vorangegangene Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle, welches die Patientin noch zu einer Zahlung von rund 17.000 Euro verurteilt hatte.
BGH · Zahnarzt
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