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Politik & Regulierung

Versicherungsbetrug auf dem Mount Everest

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Über 1.600 Helikkopterrettungen gab es bereits dieses Jahr auf dem Mount Everest. Ein Drittel sei davon unnötig gewesen, stellt die nepalesischen Regierung fest. Eine Bergrettungsmafia habe über Jahre kerngesunde Bergsteiger dazu genötigt, sich per Helikopter vom Berg bringen zu lassen. Für die Evakuierung wurden Versicherern stark überhöhte Summen in Zahlung gestellt.

Oftmals werde derselbe Flug mehrfach abgerechnet, obwohl mehrere Personen an Bord gewesen seien. Hüttenbetreiber und Bergführer, Trekkingunternehmen und Helikopterfirmen, sogar Krankenhäuser und Hotels steckten unter einer Decke. In einigen Fällen hätten korrupte Bergführer ihren Kunden gar Abführmittel verabreicht, um Krankheitssymptome auszulösen. Mehrere internationale Versicherer haben der nepalesischen Regierung nun ein Ultimatum gestellt: Wenn Kathmandu nicht endlich gegen betrügerische Bergrettungen durchgreife, würden sie aufhören, Besteigungen des Mount Everest zu versichern, drohte eine Allianz von Versicherungen, zu denen die britischen Traveller Assist und True Traveller und die US-Firma Global Rescue zählen.

 

Ein Rückzug der Versicherer aus Nepal wäre ein harter Schlag für die örtliche Tourismusindustrie. Nepal will bis 2020 die Zahl seiner Besucher auf zwei Millionen im Jahr verdoppeln. Die Versicherer hatten einen eigenen Undercover-Ermittler an den Everest geschickt, um dem Treiben der Bergmafia auf die Schliche zu kommen. Ein Bergsteiger täuschte vor, Kopfschmerzen zu haben. Er wurde sofort rausgeflogen. Die Rechnung belief sich auf umgerechnet über 12.000 Franken.