Verbraucherschützer mahnen die Zurich Deutsche Herold ab
Verbraucherschützer mahnen die Zurich Deutsche Herold abQuelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Verbraucherschützer mahnen Lebensversicherer Zurich Deutscher Herold ab

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Neuer "Streit" zwischen den Verbraucherschützern und den Lebensversicherern. Im konkreten Fall hat die Verbraucherzentrale Hamburg den Lebensversicherer Zurich Deutscher Herold wegen Irreführung abgemahnt. Demnach habe das Unternehmen die Rückabwicklung eines Lebensversicherungsvertrages gegenüber einem Verbraucher abgelehnt, obwohl sie nach Urteilen des Bundesgerichtshofs zum Widerspruchsrecht dazu verpflichtet gewesen wäre, lautet der Vorwurf. Die Zurich selbst wollte sich auf Anfrage von VWheute zunächst nicht äußern.

"Wir haben die Zurich abgemahnt, weil diese gegenüber einem Verbraucher behauptet hatte ihn ordnungsgemäß über das Widerspruchsrecht belehrt zu haben. In dem konkreten Fall erfolgte die Belehrung aber eben nicht ordnungsgemäß. Die von der Zurich verwendete Belehrung schrieb vor, dass der Widerspruch in Schriftform zu erfolgen habe. Zu dem Zeitpunkt als der Verbraucher belehrt worden ist, galt für den Widerspruch jedoch bereits das Textformerfordernis. Textform erlaubt auch den Widerspruch per Email. Schriftform verlangt hingegen eine eigenständige Unterschrift (bspw. per Brief)", begründet  Christian Biernoth von der Verbraucherzentrale Hamburg die Abmahnung. So habe die Widerrufsbelehrung des Versicherers "nicht den gesetzlichen Vorgaben" entsprichen. "Bereits der Bundesgerichtshof hatte entschieden, dass in einem solchen Fall die Belehrung unwirksam ist (Az.: IV ZR 367/13)", betont der Verbraucherschützer gegenüber VWheute.

Aufgrund der "eindeutigen Rechtslage" sei das Ablehnungsschreiben der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG dahe als unlautere irreführende geschäftliche Handlung abgemahnt worden, teilte die Hamburger Verbraucherzentrale weiterhin mit. Zudem solle der Versicherer zukünftig nicht mehr behaupten dürfen, dass er bei den betroffenen Verträgen ordnungsgemäß über den Widerspruch belehrt habe. "Es gibt höchstrichterliche Urteile, die bestätigen, dass die Belehrung der Zurich falsch ist und trotzdem erhält der Verbraucher ein solches Abwimmelschreiben", konstatiert Biernoth weiter. VWheute hat natürlich auch die Zurich Deutschland um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Diese teilte mit, dass die erwähnte Abmahnung "uns noch nicht vorliegt. Wir können uns daher aktuell nicht zum Sachverhalt äußern", betonte ein Unternehmenssprecher.
Verbraucherschutzzentrale Hamburg · Zurich Deutscher Herold
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