Alexander Mahnke
Alexander MahnkeQuelle: GVNW
Märkte & Vertrieb

Industrieversicherung im Umbruch

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mehr als 700 Teilnehmer aus allen Industriesparten machen das alljährliche Symposium des Gesamtverbandes der Versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) zur größten Veranstaltung dieser Art im deutschsprachigen Raum. "Sicheres Handeln in unsicheren Zeiten" hatten sich die Veranstalter als Motto gegeben und damit den Fokus auf die geopolitische Großwetterlage gelegt. Die Stichwörter dazu lauten US-Protektionismus, Iran-Sanktionen und die Risiken der Digitalisierung. VWheuteTV hat exklusiv mit Alexander Mahnke, Vorsitzender des GVNW, über die aktuellen Herausforderungen gesprochen.
Politische Risiken und daraus folgend ökonomische Risiken gelten derzeit als die größtes Risiken im Bereich der Industrieversicherung, wie Alexander Mahnke, Vorsitzender des GVNW in seinem Eröffnungsvortrag ausführte. Ab sofort können z.B. Geschäfte mit der unter US-Bann liegenden Iranischen Republik wohl kaum mehr ohne unkalkulierbare Sanktionen, die vor allen Dingen auch die Versicherer als Dienstleister betreffen, abgewickelt werden. Daneben gilt im Rahmen der Digitalisierung der "unexpected disrupter" als größte Herausforderung für die Branche. Doch niemand will hier wie ein Kaninchen auf die Schlange starren, sondern aktiv auch die digitalen Risiken als Chancen begreifen und managen. Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 bieten hier vor allem für den Standort Deutschland ein weites Feld der Entwicklung. Zunehmend kristallisieren sich hier Bereiche und Lagen heraus, die nicht nur versicherungsfähig sondern versicherungswürdig sind und völlig neue Geschäftsfelder offenbaren. Dabei hat sich hier auch das Tempo erhöht und aus einem bislang evolutionären Prozess einen revolutionären gemacht, aber dieser wartet noch auf die entsprechenden - eben revolutionären - Versicherungslösungen.
In medias res ging Fred Wagner vom Institut für Versicherungslehre von der Universität Leipzig in seinem Vortrag der den Titel trug: Risikomanagement im Industrieunternehmen - Wertbeitrag für mittelständische Unternehmen. Bezugnehmend auf eine neue Studie resümierte Wagner, dass das Risikomanagement im Mittelstand noch nicht als Beitrag zur Wertschöpfung identifiziert wurde: "Die Teilnehmer im Risikomanagement sehen zwar keine erheblichen Mehrkosten für das Unternehmen (61 Prozent) stimmen dieser Aussage eher zu oder voll und ganz zu), aber sie sind noch nicht vollständig von dem wertschöpfenden Charakter des Risikomanagements überzeugt (nur 21 Prozent sind voll und ganz überzeugt, dass es zur Wertschöpfung beiträgt). Ohnehin quantifizieren nur zehn Prozent der befragten Unternehmen die Wertschöpfung durch Risikomanagment. Allerdings sehen die Risikomanager keine Verbesserung der Kreditkonditionen durch das Risikomanagement (65 Prozent stimmen nicht oder überhaupt nicht zu, dass es zu einer Verbesserung führt), so Wagner in seinen Ausführungen. Hier liegt also noch ein deutliches Optimierungspotenzial, welches noch nicht in der gesamten Breite erkannt und gehoben wird.
Im exklusiven Interview mit dem Vorsitzenden des GVNW antwortet Mahnke auf die Fragen nach den aktuell größten Risiken für die Branche, wie diese gemanaged werden können und wie zufrieden sein Verband mit den Angeboten der Versicherungswirtschaft in der Sparte Industrieversicherung sind. Das vollständige Interview bei VWheuteTV.
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