Kein Versicherungsschutz bei Mäusen im Auto.
Kein Versicherungsschutz bei Mäusen im Auto.Quelle: Jetti Kuhlemann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Kaskoversicherer haftet nicht für Mäusebisse im Autoinnenraum

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mäuse gelten durchaus als äußerst possierliche Tierchen. Doch was passiert, wenn kleine Nager den Innenraum eines Fahrzeugs bevölkert und deutliche Bissspuren hinterlässt? Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat nun entschieden, dass ein Kaskoversicherer nicht für Schäden im Fahrzeuginnenraum zahlen muss.
Im Frühjahr 2014 hatte ein Fahrzeughalter sein Gefährt in der Werkstatt einer Prüfung unterzogen. Dabei stellten die Prüfer fest, dass "die Wasserabläufe des Panoramadaches zerbissen, der Kopfairbag auf der Beifahrerseite angefressen und hinter dem Armaturenbrett starke Bissschäden an der Dämmung und an der Isolierung der Verkabelung vorhanden waren". Zu allem Überfluss bestätigte ein Sachverständiger weitere Schäden hinter diversen seitlichen Verkleidungsteilen, oberhalb des Dachhimmels und unterhalb des Bodenbelags. Der Verursacher: Ein Nagetier - vermutlich eine Maus.
Der betroffene Autofahrer wollte die Reparatur der Schäden nun bei seinem Teilkaskoversicherer wegen "Verbissschäden durch Mäusebefall" geltend machen. Diese lehnte die Regulierung hingegen ab und verwies dabei auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darin heißt es: "Versichert sind Schäden, die unmittelbar durch Tierbiss am Fahrzeug verursacht wurden. Schäden am Fahrzeuginnenraum sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen." Das OLG Frankfurt am Main gab indes dem Versicherer recht und bestätigte damit die Rechtssprechung der Vorinstanz.
Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Innenraum durch die Fahrgastzelle und den Kofferraum definiert werde, also die durch Menschen "benutzbaren und zugänglichen" Bereiche. "Als Innenraumschaden wird er all diejenigen Schäden werten, die er ohne Demontage des Fahrzeugs als Bisspuren qualifizieren kann", konstatieren die Richter des OLG Frankfurt am Main. Dazu gehöre allerdings nicht "der Zwischenraum hinter der Verkleidung mit Lüftungselementen, Klimaanlage, Sicherheitseinrichtungen, Bordelektronik etc. und den entsprechenden Verkabelungen. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass der Versicherungsschutz bei einem anderen Verständnis "in Anbetracht der in der mitteleuropäischen Fauna vertretenen potenziellen Schadtiere und ihrer Bissgewohnheiten" praktisch "leer liefe". Daher würden sogenannte Tierbisschäden " vor allem im Motorraum an durchbissenen Kabeln" auftreten.
Das Urteil des OLG Frankfurt am Main vom 5. September 2018 (Az.: 7 U 25/16) ist rechtskräftig.
Kasko-Versicherung · OLG Frankfurt am Main
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