Die Hannover Rück rechnet mit stabilen Preisen.
Die Hannover Rück rechnet mit stabilen Preisen.Quelle: Hannover Rück
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Hannover Rück und Swiss Re rechnen für 2019 mit stabilen Preisen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Den Rückversicherern, welche in diesen Tagen zum Rendez-Vous im mondänen Monte Carlo zusammenkommen, machen die momentanen Preise auf dem Markt noch immer zu schaffen - und dies trotz der hohen Schadenbelastung im vergangenen Jahr. Die Hannover Rück gibt sich nun vorsichtig optimistisch und rechnet für 2019 mit zumindest stabilen Preisen.
So haben sich die Geschäftsergebnisse einiger Gesellschaften nicht nur 2017 deutlich verschlechtert, auch im laufenden Jahr belasteten Nachlaufschäden aus Naturkatastrophen teilweise die Resultate der Rückversicherer, konstatiert die Hannover Rück. Zudem seien geringere Abwicklungsgewinne sowie ein Anstieg der Inflation zu erwarten, heißt es weiter. Zwar hätten die Preisverhandlungen in diesem Jahr nur moderate Ratensteigerungen ergeben. Für das im Vorjahr stark belastete Naturkatastrophengeschäft waren dagegen deutlichere Aufschläge für schadenbetroffene Verträge zu verzeichnen, konstatiert die Hannover Rück weiter.
"Die weitere Entwicklung der Schadensummen aus den Wirbelstürmen des Vorjahres sowie die noch geringen Großschäden des laufenden Jahres werden die Preise in der Schaden-Rückversicherung entscheidend beeinflussen. Je geringer die Katastrophenbelastungen dieses Jahr ausfallen, desto schwerer wird es werden, im kommenden Jahr die erforderlichen weiteren Preissteigerungen durchzusetzen. Gleichwohl sehen wir in einigen Segmenten eine hohe Nachfrage und damit durchaus gute Möglichkeiten für Wachstum", erläutert Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender des Hannoveraner Rückversicherers.

Unterschiedliche Prognosen für die Zielmärkte

Allerdings rechnet die Hannover Rück mit Blick auf die einzelnen Zielmärkte noch mit unterschiedlichen Entwicklungen bei den Preisen. So rechnet der Konzern vor allem in Deutschland mit einer vorsichtigen Trendwende in der Kfz-Sparte. So rechnet der Rückversicherer angesichts des zunehmenden Wettbewerbs bei einem stückzahlbezogenen Wachstum von knapp zwei Prozent aktuell allenfalls mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Zwar gehe die Schadenfrequenz weiter zurück, gleichzeitig sei jedoch ein Anstieg der Durchschnittschäden zu beobachten, heißt es weiter. Daher sieht die Hannover Rück hier einen gewissen Anpassungsbedarf bei ausgewählten Kundenverbindungen. Kaum Einfluss werden jedoch die Telematiktarife und die Entwicklungen rund um das autonome Fahren haben.

Keine Trendwende beim globalen Rückversicherungsmarkt

Wenig Entspannung sieht die Hannover Rück derzeit indes beim globalen Rückversicherungsgeschäft. Trotz der hohen Schadenbelastung durch die Naturkatastrophen des Jahres 2017 sei das weltweite Naturkatastrophengeschäft weiter unverändert von einem Überangebot an Rückversicherungskapazitäten gekennzeichnet. Hinzu kommen ungebrochen hohe Kapazitäten aus dem Markt für die Verbriefung von Katastrophenrisiken. Dies führte im Sach-Katastrophengeschäft insgesamt nur zu einer leichten Erhöhung der Preise, getrieben durch die schadenbelasteten Programme, bei denen die Ratensteigerungen aber auch eher unter den Erwartungen des Marktes blieben. heißt es weiter.
Während Nordamerika leichte Preissteigerungen verzeichnete, erwartet die Hannover Rück hingegen für den europäischen Markt indes keinerlei Veränderungen der Marktgegebenheiten. Auch die Schäden aus den Waldbränden in Schweden sollten sich eher nicht auf die Preisgestaltung auswirken. Während das Preisniveau in Japan sowie in Australien und Neuseeland weitgehend stabil bleiben dürfte, rechnet die Hannover Rück hingegen für Lateinamrika mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten, auch wenn es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gebe. Insgesamt erwartet die Hannover Rück für die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2019 jedoch eine stabile Entwicklung der Preise und Konditionen. Dennoch würden sich gerade beim Schutz vor Cyberrisiken sowie in den Wachstumsmärkten Asiens (China, Indien) neue Möglichkeiten ergeben.

Swiss Re rechnet ebenfalls mit stabilen Preisen

Zu einer ähnlichen Prognose kommt übrigens auch der Schweizer Rückversicherer Swiss Re. "Wir glauben, dass im Preiszyklus für Nicht-Lebensversicherungen ein Wendepunkt erreicht wurde", prognostiziert Edouard Schmid, Chief Underwriting Officer der Swiss Re. Vor allem die Naturskatastrophen des vergangenen Jahres hätten die großen Lücken beim Versicherungsschutz aufgezeigt, heißt es weiter. Demnach betrugen die weltweiten Schäden in den vergangenen zehn Jahren rund zwei Billionen US-Dollar, von denen rund 70 Prozent nicht versichert gewesen sind, konstatiert die Swiss Re.
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