Stephan Gawarecki,
Stephan Gawarecki,Quelle: Hypoport
Unternehmen & Management

Smart Insurtech baut Plattform für die Volldigitalisierung der Assekuranz

Von Stephan GawareckiTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Versicherungsbranche bemüht sich seit Jahren um einheitliche Standards zum Datenaustausch. Bislang jedoch unzureichend. Die in Vertrieben und bei Versicherern vorhandene IT ist meist veraltet und fragmentiert – aber vor allem kostspielig. Deswegen bedarf es Alternativen, damit die Erfolgsgeschichte der Versicherungswirtschaft fortgeschrieben werden kann, sagt Stephan Gawarecki, Vorstand der Hypoport AG - und nennt Lösungen.

Um sich zukunftsfähig aufzustellen, benötigt die Assekuranz Plattformen, die den Datenaustausch zwischen allen Akteuren ermöglichen. Sämtliche Geschäftsprozesse und Funktionen zwischen Versicherern und Vertrieben – von Bestandsübertragung über Policierung bis zu Provisionsabrechnungen – müssen volldigitalisiert und medienbruchfrei abgedeckt sein. Dank Plattformökonomie und der damit gegebenen Vernetzung aller Marktteilnehmer können Vertriebsorganisationen einen Großteil ihrer IT- und Verwaltungskosten einsparen, weil selbstbetriebene IT mit lizenzbasierter Software durch eine vollständig webbasierte Lösung umgestellt werden kann. Außerdem wird durch die Verknüpfung von Bestandsdaten in der Verwaltung mit Beratungs- und Vergleichstools ein erheblicher Mehrwert in der Beratung erzielt, weil Prämien und Risikoschutz unmittelbar vergleichbar werden. Dadurch gewinnen Vermittler Zeit für ihre Kernkompetenz, die Kundenberatung. Auch aus Sicht der Produktgeber schafft die digitale Vernetzung mit den Vertrieben einen erheblichen Mehrwert. Die Zahl der Schnittstellen sinkt, die Dunkelverarbeitungsquote steigt.

 

Mit viel Knowhow und Finanzkraft im Rücken zum Erfolg

 

Mit dem Ziel die Assekuranz smart zu machen, hat die Smart Insurtech AG, Tochterunternehmen der Hypoport AG, 2016 die Plattform SMART INSUR gegründet. Vorbild ist die Kreditplattform Europace, die Finanzberater mit Kreditanbietern aus dem Banken- und Versicherungsmarkt zusammenbringt. Europace ist heute im Bereich Baufinanzierung mit einem Marktanteil von etwa 20 Prozent Marktführer und setzt jährlich ein Kreditvolumen von rund 50 Mrd. Euro um. Die Versicherungsplattform SMART INSUR strebt eine ebenso erfolgreiche Entwicklung an und hat sich zum Ziel gesetzt, in zehn Jahren einen Marktanteil von 10% – bei einem Gesamtmarktvolumen von 200 Mrd. Euro – zu erreichen. Dafür arbeiten rund 150 Entwickler an tiefgreifender Daten- und Prozess-Integration. Durch Nutzung von SMART INSUR können Vertriebe ihre IT-Kosten um 50% reduzieren. Für Versicherungsunternehmen bietet die Plattform den Vorteil, neue Angebote unabhängig von eigenen Systemrestriktionen schnell an den Markt bringen und die gesamte Abwicklung automatisieren zu können.

 

Mehrwert gewinnt

 

In kaum einem anderen Markt ist derzeit so viel Bewegung wie im Software- und Plattform-Segment. Eine Konsolidierung ist unausweichlich, weil wie in allen Aspekten der Digitalwirtschaft große Anbieter stark von Skaleneffekten profitieren, die sich in niedrigeren Preisen niederschlagen. Ein Dickicht unterschiedlicher Lösungen erhöht den Aufwand und ist aus Anwendersicht unpraktisch.

 

Welche Anbieter sich dabei durchsetzen werden, hängt ganz entscheidend von ihrem Kundennutzen und den angebotenen Service-Technologien ab. Das Erfüllen von BiPRO-Standards ist Voraussetzung. Den größten Mehrwert liefert darüber hinaus die automatisierte Datenverarbeitung, insbesondere mit Blick auf die Bestandsdatendigitalisierung. Dabei werden langfristig nur neutrale und nicht an ein Unternehmen oder Vertrieb gebundene Lösungen bestehen bleiben. Denn nur für unabhängige Plattform-Anbieter steht die maximale Integrationsfähigkeit der gesamten Assekuranz – und nicht ausschließlich der wirtschaftliche Erfolg einzelner Marktteilnehmer – im Vordergrund.

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