Im martialischen Eisbrecher-Look präsentiert sich die durch das Fenster des SwissRe Pavillons aufgenommene 74 Meter lange erst dieses Jahr in Dienst gestellte Sherpa 815
Im martialischen Eisbrecher-Look präsentiert sich die durch das Fenster des SwissRe Pavillons aufgenommene 74 Meter lange erst dieses Jahr in Dienst gestellte Sherpa 815Quelle: Philipp Thomas
Märkte & Vertrieb

Sigma-Studie: Versicherern fehlt es an Rentabilität

Von Philipp ThomasTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Rendez-Vous de Monte Carolo mag nun bereits im 62. Jahr stehen, dafür aber konnte SwissRe im erneut unterhalb des Casino errichteten Pavillon auf einen runden Geburtstag zurückblicken. Der neue Chefvolkswirt Jerôme Jean Haegeli stellte ihre 425. Sigma-Studie vor, die bereits seit 50 Jahren veröffentlicht wird. Ein wesentliches Ergebnis: Nichtlebenversicherer in großen westlichen Märkten und Japan müssen versicherungstechnische Margen um fünf bis neun Prozentpunkte steigern, um nachhaltige Renditen zu erwirtschaften.
Demnach seien die Marktzyklen sind länger geworden, heißt es bei der Swiss Re weiter: statt boslang sechs Jahre beträgt ihre Duration nun neun Jahre. Dies hängt möglicherweise mit staatlich-dirigistischen Eingriffen hinsichtlich des Zinsniveaus zusammen. Auch könnten die Kapitalkosten der Branch dadurch gesunken sein, dass sich Investoren in cat bonds und in nachrangige Anleihen mit objektiv betrachtet zu niedrigen Renditen zufriedengehen und dadurch die durchschnittlichen Kapitalkosten wessentlich reduzieren, was die Assekuranz-Finanzchefs gerne ausnutzen.

Sollte es der Assekuranz nicht gelingen die benötigte Eigenkapitalrendite wiederherzustellen,  würden sich Aktionäre von ihr abwenden und vor allem eine verstärkte Dividendenaussschüttung zur Kompensation verlangen. Diese wiederum würde die Solva-Bedeckung knapper werden lassen und so schließlich doch für die benötigten Preisanpassungen sorgen. 2016 und 2017 lag der tatsächliche return on equity der Branche nur noch bei sechs Prozent. Um die benötigten zehn Prozent r.o.e.zu erreichen, müsste die  Combined Ratio um mehr als fünf Prozentpunkte sinken.

Zudem rechnet die Swiss Re damit, dass die Naturkatastrophenschäden im Jahr 2017 wohl eine Trendumkehr ausgelöst haben. "Die Katastrophenschäden im Jahr 2017 haben eine moderate Änderung der Marktdynamik ausgelöst. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie stark und nachhaltig dieser Aufschwung ist. Die Prämienerhöhungen für Kunden und Gewerbeversicherungssparten, die nicht von Schäden durch Naturkatastrophen betroffen waren, sind etwa hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben", konstatiert Edouard Schmid, Group Chief
Underwriting Officer bei Swiss Re.
Auch interessant
Zurück
22.08.2019VWheute
Neue Sigma-Studie der Swiss Re: Daten­ana­lysen bieten große Chancen zur Risi­ko­be­wer­tung Komplexere Datenanalysen eröffnen den …
Neue Sigma-Studie der Swiss Re: Daten­ana­lysen bieten große Chancen zur Risi­ko­be­wer­tung
Komplexere Datenanalysen eröffnen den Nichtlebenversicherern durchaus neue Möglichkeiten zur Risikobewertung und -minderung. So können die Versicherungskonzerne durch den Einsatz von …
16.08.2019VWheute
Kata­stro­phen kosten im ersten Halb­jahr 44 Milli­arden Dollar Geht es um Naturkatastrophen und deren Auswirkungen, immer die Rückversicherer fragen…
Kata­stro­phen kosten im ersten Halb­jahr 44 Milli­arden Dollar
Geht es um Naturkatastrophen und deren Auswirkungen, immer die Rückversicherer fragen. Oft ist nicht einmal das notwendig, die Unternehmen liefern einem die Zahlen frei Haus. Diesmal die Swiss Re, die sich im neuen …
05.07.2019VWheute
Swiss Re: Asien beschert globales Prämi­en­wachstum Das Volumen der weltweiten Versicherungsprämien haben im letzten Jahr erstmals die Schallmauer von…
Swiss Re: Asien beschert globales Prämi­en­wachstum
Das Volumen der weltweiten Versicherungsprämien haben im letzten Jahr erstmals die Schallmauer von 5.000 Mrd. US-Dollar durchbrochen, was mehr als sechs Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes entspricht. Allein in diesem …
23.04.2019VWheute
"Sekun­däre Natur­ge­fahren sind nicht besser beherrschbar als Primäre" - aktive Über­wa­chung und Model­lie­rung ist notwendig Die Welt wird für den …
"Sekun­däre Natur­ge­fahren sind nicht besser beherrschbar als Primäre" - aktive Über­wa­chung und Model­lie­rung ist notwendig
Die Welt wird für den Menschen wieder gefährlicher. Nach dem Sieg über wilde Tiere, (viele) gefährliche Krankheiten und konkurrierende Primaten kommt …
Weiter