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Unternehmen & Management

PKV-Branche steuert progressiven Kurs

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Stillstand ist Rückschritt, das weiß auch die PKV. Die Anbieter sind in einem starren Leistungskonzept gefangen, das ihnen nicht allzu viel Spielraum für Innovationen lässt. Allerdings wird die vorhandene Beinfreiheit zunehmend ausgenutzt und zwar trotz Konkurrenzsituation zunehmend kooperativ.

Die Probleme der PKV sind bekannt, das Neugeschäft schwächelt, die Politik steht dem dualen System skeptisch gegenüber und der Treuhänderstreit droht eine Millionenbelastung zu werden – auch wenn zuletzt ein gerichtlicher Teilsieg errungen werden konnte. Das sind alles ernste Probleme, die die Versicherer aber nicht davon abhalten, für ihren Bestand und mögliche Neukunden das bestmögliche Angebot zu stricken.

 

Aktuell hat die LM+ Leistungsmanagement GmbH, ein Joint Venture der Krankenversicherungen Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal Iduna, einen Vertrag mit dem Pharmaunternehmen Teva GmbH abgeschlossen, dazu gehören unter anderem die Marken AbZ-Pharma und Ratiopharm. Durch die Gewährung eines Pharmarabatts auf die generischen Arzneimittel von Teva und deren Marken wird laut Unternehmen "ein erheblicher Beitrag zur Senkung der Leistungsausgaben der Krankenversicherungsunternehmen geleistet". Damit soll das Beitragsniveau möglichst niedrig gehalten werden, ohne die Therapie- oder Verordnungsfreiheit der Ärzte oder die Wahlfreiheit der Versicherten einzuschränken.

 

Es ist nicht der erste Zusammenschluss auf Seiten der PKV, Axa und die Versicherungskammer Bayern arbeiten gemeinsam im und am Gesundheitsportal "Meine Gesundheit", im August stieß die Debeka hinzu. Das Trio möchte eine Verbindung zu Leistungserbringern und Versicherern auf digitalem Weg schaffen. Vereinfacht werden soll beispielsweise die Leistungsabrechnung, die Arztwahl oder Terminvereinbarungen. Das Angebot ist für weitere Versicherer offen, erklären die Unternehmen.

 

Wettbewerb bleibt intakt

 

Trotz aller Zusammenarbeit bleibt die PKV natürlich ein "Verdrängungswettkampf", wie es Christoph Bohn, Vorsitzender der Vorstände Alte Leipziger-Hallesche, kürzlich ausdrückt. Das ist normal und systemisch gewollt. Die Hallesche will sich in diesem Wettbewerb gut positionieren und hat dafür kürzlich das Gesundheitsportal "hallesche 4u" gegründet, das den Besuchern einen Mehrwert bei der Verwaltung ihrer PKV-Dienstleistungen bieten soll und darüber hinaus Kunden und Interessenten bei Gesundheitsfragen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Obwohl das Portal eine Eigenproduktion ist, die Plattformlösung wird offen für Dritte sein. "Absolut nötig und erwünscht sind bei Plattformlösungen Kooperationen, sowohl mit anderen Versicherern wie auch externen Dienstleistern", erklärt Bohn.

 

Als absolut nötig empfindet es Ottonova, seinen Kunden die Altersrückstellungen nach einer Kündigung mitzugeben. Das bisher angewandte System der (Teil-) Einbehaltung der Gelder sei nicht mehr zeitgemäß, erklärt der Chef des Unternehmens Roman Rittweger. Das Ziel der Münchener ist es, das "iTunes der Medizinbranche" zu werden, doch die Konkurrenz schläft nicht, wie nicht zuletzt die jüngsten Kooperationen innerhalb der PKV zeigen.

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